Zwischen japanischer Tradition und westlicher Moderne

Das Bauhaus-Archiv Berlin zeigt Schwarz-Weiß-Fotografien der kaiserlichen Villa Katsura von Ishimoto Yasuhiro.

Schwarz-Weiß-Aufnahmen der kaiserlichen Villa Katsura bei Kyoto von Ishimoto Yasuhiro werden ab morgen vom 18. Januar bis zum 12. März 2012 in einer Sonderausstellung im Bauhaus-Archiv Berlin präsentiert. Der 1921 in San Francisco als Sohn japanischer Einwanderer geborene, am Institute of Design in Chicago ausgebildete Fotograf zählt zu den Wenigen, die eine Erlaubnis erhalten haben, die Innen- und Außenräume des Jahrhunderte alten Architekturkomplexes zu fotografieren. Ishimotos in der Ausstellung „Die kaiserliche Villa Katsura. Fotografien von Ishimoto Yasuhiro“ gezeigten Aufnahmen aus den frühen 1950er und frühen 1980er Jahren setzen den von Architekten wie Walter Gropius oder Bruno Taut als Vorbild gerühmten Bau bewusst modern in Szene. 30 der gezeigten Fotografien stammen aus der umfangreichen Schenkung Ishimotos an das Bauhaus-Archiv, die insgesamt 55 Fotografien der kaiserlichen Villa Katsura umfasst. Zusätzlich werden acht Fotografien von Ishimotos international erfolgreichem Lehrer Harry Callahan im Bauhaus-Archiv ausgestellt.


Fotografie aus der Schenkung von Ishimoto an das Bauhaus-Archiv:
Katsura – Zentraler Raum des Hauptgebäudes. 1981/82.

„Die Schenkung von Ishimoto an das Bauhaus-Archiv ist für uns bedeutend, da wir nicht nur weltweit die größte Sammlung zum Bauhaus, sondern auch die größte Sammlung zum New Bauhaus und seiner Nachfolgeschule, dem Chicagoer Institute of Design, besitzen. Ishimoto ist einer der interessantesten Fotografen, die am Institute of Design ausgebildet wurden. Er stand immer im Spannungsfeld zwischen seiner japanischen Herkunft und westlichen Einflüssen. Dies spiegelt sich auch in seinen Fotografien von Katsura wider, die einerseits extrem modern wirken und anderseits durch den ungewöhnlich präzisen Blick für Strukturen und Details die japanische Ästhetik des Baus poetisch betonen,“ erklärte Dr. Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus-Archivs, im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zur Ausstellung.

Autor: Dina Blauhorn
Foto: Ishimoto Yasuhiro

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