Villa Rosenthal stellt neue Stipendiaten vor

Alle halbe Jahre vergibt die Villa Rosenthal Stipendien einer ganz besonderen Art: um kurze Wege zum Arbeitsplatz zu haben und ganz in Ruhe arbeiten zu können, wohnen die Stipendiaten direkt im Haus. Wohn- und Arbeitsplatz verschmelzen somit zu einer Einheit.

Auch im Jahr 2012 ziehen wieder Künstler für den Zeitraum von sechs Monaten in die wunderschöne Villa mit grandiosem Ausblick über die Stadt ein. Diese sind gerade erst in Jena angekommen und stecken noch voll und ganz in der städtischen Entdeckungsphase. JenaKultur stellte die beiden Auserwählten heute vor.

Der Stipendiat für Bildende Kunst ist Hagen Betzwieser. Bereits als kleiner Junge faszinierte ihn die Astronomie, welche heute die Grundlage seiner künstlerischen Arbeit bildet. Der mittlerweile 37-jährige Schwabe arbeitet also an der Grenzlinie zwischen Kunst und Wissenschaft. Während seines sechsmonatigen Stipendiums in der Saalestadt wird die Auseinandersetzung mit dem Hightech-Standort Jena einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden.

Neben zahlreichen weiteren Förderungen kann Hagen Betzwieser bereits ein Stipendium der ACC Galerie Weimar vorweisen. Zudem stehen in seinem Portfolio zahlreiche Ausstellungen und künstlerische Performances zu Buche. Momentan sind seine kunstwissenschaftlichen Projekte unter anderem in Liverpool und Manchester zu sehen.

Das zweite Stipendium hat der Ingeborg-Bachmann-Preisträger 2010 inne. Peter Wawerzinek wurde der breiteren Öffentlichkeit besonders durch seinen Roman „Rabenliebe“ bekannt und ist nun Stipendiat für Stadtschreibung in Jena – für ihn kein unbekanntes Feld, war der Schriftsteller doch schon bereits in selber Tätigkeit in Klagenfurt tätig.

Geboren 1954 schloss Wawerzinek in seinen jungen Jahren zunächst eine Lehre zum Textilzeichner in Plauen ab, bevor er an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee angenommen wurde. Das Studium brach er allerdings nach zwei Jahren wieder ab. Anschließend hielt er sich mit mehreren Gelegenheitsjobs wie Zugkellner oder Briefträger über Wasser und war nebenbei in der Ostberliner Literatenszene aktiv. Erst kurz nach der Wende konnte er sich voll und ganz der Schriftstellerei widmen.

Auch in seiner Funktion als Autor kann man den Stadtschreiber während seines Aufenthalts in Jena erleben: Ganz passend zum „Welttag des Buches“ liest Peter Wawerzinek am 19.04. im Volkshaus aus seinen Werken.

Weitere Informationen zu den beiden neuen Stipendiaten der Villa Rosenthal sind zu finden unter www.wecolonisedthemoon.com, www.wawerzinek.de sowie www.villa-rosenthal.de.

Text: Michael Stocker

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