Tiefsinnig, poetisch und schlicht außergewöhnlich


Kurz vor dem Finale geben siebten Songtage mit Simon & Jan, Mine, Caracol und Wallis Bird noch einmal richtig Gas.

Was haben diese siebten Geraer Songtage nicht schon alles geboten: Britischen Pop-Rock mit Martin and James, deutsche Singer/Songwriter-Qualitäten mit Keimzeit oder Ulla Meinecke oder jüngst isländische Klänge mit Árstíðir in der Trinitatiskirche. Und so soll das natürlich weitergehen, eine spannende Mixtur aus in- und ausländischer Liedermacherkunst verpackt in einer knackigen Songtage-Woche:
Schon mit Simon & Jan (30. April, 20.30 Uhr, Berufsakademie Gera), Mine (2. Mai, 21 Uhr, Sächsischer Bahnhof), Caracol (3. Mai, 21 Uhr, Szenario) und Wallis Bird (5. Mai, 20.30 Uhr, Comma) gibt es wieder ordentlich was auf die Ohren.

Das treue Songtage-Publikum kennt Simon & Jan bereits. 2012 zeigten sie in der Stadtbibliothek schon einmal ihr Können und ließen viele Besucher mit dem Verlangen nach mehr zurück. Dem Wunsch soll nun entsprochen werden. Dass Simon & Jan mehr bieten können als tumben Humor, das haben sie schon bei ihrem letzten Auftritt in Gera bewiesen. Ihre Texte sind feinsinnig, voller Satire und Gesellschaftskritik. Kennengelernt haben sich die beiden Musiker übrigens ausgerechnet 2001 am ersten Tag des Lehramtsstudiums in Oldenburg. Die Chemie stimmte sofort und tut es bis heute, da reicht es schon, dem wunderbar harmonischen zweistimmigen Gesang zuzuhören. Wer die Monster of Liedermaching mag, wird auch hier fündig, und Menschen mit einem Gespür für das Ironische sowieso.
Am 30. April ist es soweit, ab 20.30 Uhr in der Mensa der Berufsakademie Gera.

In eine andere, aber nicht minder feinsinnige Kerbe schlägt Jasmin Stocker alias Mine. Die Mainzerin ist noch nicht so lange im Musikgeschäft, ihre innovativen, oft multi-instrumentalen Arrangements lassen aber erahnen, dass eine wahre Könnerin am Werke ist. Das trifft umso mehr zu, wenn man beginnt, auf die poetischen, deutschsprachigen Texte zu hören. Mine ist sanft, Mine ist zerbrechlich, vor allem ist Mine aber wie gemacht für die siebten Songtage, weswegen die Veranstalter nicht zögerten, sie nach Gera einzuladen. Mit dem Konzert feiert zugleich eine neue Location Premiere beim Festival. Zum ersten Mal ist der Sächsische Bahnhof Bühne für das Festival.
Am 2. Mai darf das ab 21 Uhr gefeiert werden.

Caracols Musik ist fast so international, wie ihre Herkunft: Die Mutter aus der Schweiz, der Vater aus Uruguay. Mit solchen Wurzeln war eigentlich schon klar, dass Carole Facal etwas Besonderes werden würde. Wie speziell, das mögen sich die Eltern aber nicht ausgemalt haben. Eine Ausbildung an der klassischen Geige hinter sich, verließ sie die Heimat Quebec (Kanada), um Profi-Snowboarderin zu werden, nur um dann doch damit anzufangen, eigene Songs zu schreiben. Zugegeben: Mit dem Reggae ihrer Anfangszeit – als Teil der Gruppe Kaliroots – hat die Musik von Caracol heute nicht mehr viel zu tun, auch wenn immer noch Spuren zu hören sind. Melodisch ist sie geblieben, zart und mit viel Pop. Die Texte sind lyrisch, der Gesang erinnert an Größen wie Amy MacDonald. Ein wenig französischer Chanson, ein bisschen amerikanischer Folk.
Ein besonderes Konzert, das am 3. Mai ab 21 Uhr unter dem Motto „Songtage meets Jazzfrühling“ im Szenario zu erleben ist.

Außergewöhnlich: Dieses Adjektiv trifft auch auf Wallis Bird zu. Schon zum zweiten Geburtstag bekam sie von ihrem Vater, einem irischen Pubbesitzer, ihre erste Gitarre geschenkt. Die musste sie auch noch anders als andere Musiker spielen, nachdem sie bei einem Unfall alle Finger der linken Hand verloren hatte und nur vier wieder angenäht werden konnten. In Dublin studierte sie Musik, nahm während eines Gastsemesters in Deutschland an der Popakademie Baden-Württemberg ihre erste EP auf und verzeichnete mit jeder weiteren Veröffentlichung stetig wachsenden Erfolg. Es gibt wenige Genre, die Wallis Bird nicht beherrscht. Elektronik vermischt sich mit Rock, mit ihrem Folk, mit Punk, mit Singer/Songwritertum, davon zeugt auch das neue Album „Architect“, das sie pünktlich für die Geraer Songtage am 11. April veröffentlichte. Wer also eine Gelegenheit sucht, die neuen Titel endlich laut mitsingen zu können, hat am 5. Mai, ab 20.30 Uhr, im Comma die Chance.

Tickets zu den Veranstaltungen sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich: Touristeninformation Gera Heinrichstraße | OTZ Pressehaus Gera | bei Eventim.de und allen bekannten Vorverkaufsstellen | Thüringen Ticketshop und allen Pressehäusern der OTZ/TLZ/TA | SONGTAGE-Tickethotline: 01803 – 11 00 99 | Galeria Kaufhof Gera | Ticketshop COMMA

Alle Infos unter www.songtage-gera.de und www.facebook.com/GeraerSongtage

Autor: Florian Berthold
Foto: Geraer Songtage

Alle noch anstehenden SONGTAGE-Termine im Überblick:

30.04.14 SIMON & JAN
 – “Ach Mensch”
Berufsakademie Gera (Mensa) | 20.30 Uhr

02.05.14 MINE

Sächsischer Bahnhof | 21 Uhr

03.05.14 CARACOL
 – SONGTAGE meets JAZZFRÜHLING
Szenario | 21 Uhr

05.05.14 WALLIS BIRD
Clubzentrum Comma | Beginn: 20.30 Uhr

10.05.14 PAUL ARMFIELD Songtage unterwegs!
Kulturscheune Linda | 20.30 Uhr

13.05.14 byebye

Mangelwirtschaft im Steinweg | 20 Uhr

15.05.14 MICHME – SONGTAGE Gourmet-Barbecue

TÉTE Á TÉTE in Baldenhain bei Gera | 19.30 Uhr



16.05.14 JUPITER JONES – Songtage-Akustik-Show
Clubzentrum Comma | 21 Uhr

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