Premiere am DNT Weimar “Viel Lärm um nichts” (Béatrice et Bénédict) – am 16.02.13, 19 Uhr, Großes Haus


Zum 150. Jubiläum der Weimarer Erstaufführung am 8. April 1863 unter der Leitung von Hector Berlioz wird endlich eine Neuproduktion der Shakespeare-Komödienoper zu erleben sein. Béatrice et Bénédict gilt als die brillanteste und ausgereifteste Partitur des für die Ausprägung der romantischen Tonsprache so bahnbrechenden französischen Komponisten. Hochpoetisch und melancholisch taucht Berlioz mit seiner faszinierenden Partitur in die Tiefen der schwarzen Romantik des 19. Jahrhunderts. Der sarkastische, abgeklärte Humor der Shakespeare-Vorlage findet sich in den Szenen zwischen Béatrice und Bénédict, dem sympathischsten Misanthropenpaar der Komödienliteratur. Kaum eine Oper weist zwischen den musikalischen Nummern so ausgedehnte Dialoge auf, für die Weimarer Neuproduktion wird daher den sängerischen Hauptrollen jeweils ein Schauspieler-Alter-Ego an die Seite gestellt, um den besonderen Reiz von Berlioz‘ Werk, die Verbindung von romantischer Oper und Shakespeare-Komödie, in einer spartenübergreifenden Ästhetik adäquat darstellen zu können.

Es geht mit viel Lärm um das bedeutsamste Nichts der Welt, nämlich um die Liebe. Béatrice und Bénédict sind der festen Überzeugung, dass man unverheiratet ein besseres Leben führen kann. Sie lehnen deswegen Ehe und Liebe wortreich ab und wetteifern darin, den anderen und die Ehe an sich mit zynischen Kommentaren abzuwerten. Die Gesellschaft Messinas lässt diese kompromisslose Ablehnung bürgerlicher Ideale nicht auf sich sitzen und unternimmt eine Intrige, an deren Ende Beatrice und Benedict sich doch noch als Ehepaar wiederfinden. Wer dabei jedoch gewonnen und wer verloren hat, lässt sich nicht sagen.

Text: Rebekka Mönch
Foto: Thomas Müller

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