Poetische Streifzüge um Tautenburg


Vor über hundert Jahren lockte die nahe Dorndorf gelegene Gemeinde Tautenburg übers Jahr zahllose Feriengäste an, darunter auch einige heute sehr bekannte Literaten. Deren ’Tautenburg-Erzeugnisse’ widmet sich Martin Stiebert in einer Lesung am 2. Juli – natürlich vor Ort.

„Wie eine Moosrose auf frischem Grün lacht uns das Dörfchen Tautenburg entgegen“ heißt es in einem Reiseführer aus dem 19. Jahrhundert. Mit solch poetischen Worten wurde damals für die Sommerfrische Tautenburg geworben.

Das Dorf hatte ungefähr 300 Einwohner, Feriengäste waren es bis zu 900 im Jahr. Die Beliebtheit des verschwiegenen Ortes im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wird auch von einigen berühmten Gästen bezeugt: „Meine liebe Freundin, eine halbe Stunde abseits von der Dornburg, auf der Goethe seine Einsamkeit genoss, liegt inmitten schöner Wälder Tautenburg.“ So lockte der 38jährige Philosoph Friedrich Nietzsche die 21jährige Lou von Salomé in das Dörfchen und traf sich mit ihr zu weiten Spaziergängen und stundenlangen Gesprächen. Nietzsches hochgespannte Erwartungen an diese Begegnung erfüllten sich nicht, aber Lou von Salomé schrieb 12 Jahre später ein interessantes Buch: „Friedrich Nietzsche in seinen Werken“.

Auch andere Autoren führte der Zufall in das abgelegene Dorf. Und so werden Texte von Joachim Ringelnatz, Reinhard Johannes Sorge, Ricarda Huch, James Krüss und Klaus-Peter Hertzsch erklingen, die alle eine Bezug zu Tautenburg haben oder sogar dort entstanden sind.

Veranstaltet wird die Lesung von den evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden Jena und Tautenburg, der Galerie Huber & Treff und dem Lese-Zeichen e.V.

02.07.2011, 18 Uhr, Dorfkirche Tautenburg: “Wie eine Moosrose auf frischem Grün” – Poetische Streifzüge um Tautenburg. Lesung mit Martin Stiebert. Musikalische Begleitung: Ilga Herzog (Flöte) und Beate Friedrich (Orgel)

Text: Martin Stiebert
Bild: M. Eichardt

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