(K)ein ganz normaler Theaterabend!

Wie in jedem Jahr öffnet die Kulturarena Jena Anfang Juli mit dem großen Sommer-Theaterspektakel endgültig ihre Pforten für einen langen Festival-Sommer. Warum die in diesem Jahr aufgeführte Judith von Friedrich Hebbel auch für die Theatermacher ein ganz besonderer Abend ist, erfragte das Stadtmagazin07 bei Moritz Schönecker, dem Regisseur des Stückes und Geschäftsführer Marcel Klett.

Wer in den letzten Tagen einmal am Theaterhaus vorbei gegangen ist und einen Blick durch die Gucklöcher der abgehangenen Absperrgitter gewagt hat, der dürfte die hektische Betriebsamkeit rund um das Theaterspektakel bemerkt haben: es wird am imposanten Bühnenbild gezimmert und geschraubt und tonnenweise Sand auf den Theatervorplatz gefahren. Eine mächtige Rampe ist bereits installiert und etliche Container und Wassertanks wurden aufgebaut. Die Szenerie soll an Gegenden aus dem Nahen Osten erinnern, in welchem das Drama Judith von Friedrich Hebbel verortet ist. Klar, bei einem solch riesigen Bühnenbild gibt es eine Menge zu tun – und geprobt werden muss ja auch noch!

Doch wer jetzt denkt: „Schaffen die Theaterleute denn das alles noch rechtzeitig bis zur Premiere?”, kann ganz beruhigt sein: Mit Judith geht es gut voran! Vor der ersten Aufführung am 6. Juli zeigt sich Geschäftsführer Marcel Klett mehr als zuversichtlich, dass die Vorbereitungen ohne größere Probleme oder Zwischenfälle abgeschlossen werden können. „Wir liegen super in der Zeit, die Proben können wie geplant auf der Bühne des Theatervorplatzes stattfinden. Alle Beteiligten sind extrem konzentriert, gehen aber auch sehr entspannt an die Sache heran, was sehr viel für das Ergebnis verspricht.” Und Regisseur Moritz Schönecker ergänzt: „Es ist gut, dass wir diese Zeit haben. Denn dieses Jahr unterstützt uns im Stück eine Choreografin, was auch für uns noch etwas Ungewöhnliches und Neues ist. Wir können uns aber durch den zeitlich perfekt gesteckten Rahmen richtig intensiv auf die Inszenierung vorbereiten.”

Die Aufführung zur Kulturarena wird naturgemäß von vielen Menschen besucht – sowohl von leidenschaftlichen Theatergängern wie auch von denjenigen, die nicht so oft die Spielzeit eines Theaters erkunden. Moritz Schönecker: „Unser Anspruch an diesen Abend besteht deshalb darin, den Stoff so zu erzählen, dass er für alle Besucher gleichermaßen sehenswert ist. Dazu arbeiten wir intensiv Handlungen heraus, die eine Verbindung von Hochkultur und Unterhaltung bieten.” Denn dem Theaterhaus Jena ist vollkommen klar, dass das Sommerspektakel kein normaler Theaterabend im herkömmlichen Sinne ist. „Das war es auch noch nie”, lacht Marcel Klett. „Die Kulturarena steht ja auch immer für einen Abend unter Freunden. Man trifft sich eine Stunde vorher und trinkt vielleicht noch einen Wein an den zahlreichen Ständen. Damit bekommt das Theaterspektakel einen zusätzlichen Eventcharakter, dem wir natürlich gerecht werden möchten.”

Nichtsdestotrotz sieht Moritz Schönecker den Abend aber auch als Chance, große Bilder mit viel Pathos erzählen zu können. „Durch unsere Statisten, welche die Schauspieler traditionell während des Abends unterstützen, entsteht auf der Bühne ein viel gewaltigeres Bild, als es uns sonst auf der Hauptbühne oder gar im Oberstübchen möglich ist. Dazu spielt noch eine Band aus exquisiten Musikern mit einer exzellenten Sängerin – das ist ein Gesamtpaket, welches man sonst nicht alle Tage hat, sowohl als Regisseur als auch als Publikum.”

Apropos Statisten: diese liebgewonnene Tradition möchte auch das Theaterhaus nicht mehr missen. „Das ist immer eine wunderschöne Sache, weil die Statisten bei uns stets Teil des Stückes sind. Sie werden nicht nur von A nach B laufen, sondern für die Theaterspektakel-Abende Mitglieder des Ensembles sein und dem Stück eine tragende Rolle geben. Gerade eine Inszenierung wie Judith ist wie geschaffen für eine solch große Kulisse”, so Marcel Klett. Wir vom Stadtmagazin07 freuen uns drauf!

Judith von Friedrich Hebbel: am 6.(Premiere), 7., 8. und 9. Juli jeweils um 21.30 Uhr auf dem Theatervorplatz Jena. Karten sowie weitere Informationen sind zu finden unter www.theaterhaus-jena.de

Text: Michael Stocker

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