9. November 2010 | Kultur, Lesung, Musik

TAGESNOTIZEN – InnenAUSSENSICHTEN im Café Wagner

Von Maxi Gade


20 Jahre friedliche Revolution in Jena – Begegnungen im Jazz

Eigentlich scheint zum Thema 20 Jahre friedliche Revolution schon alles gesagt bzw. geschrieben zu sein. Wozu also noch das Projekt – TAGESNOTIZEN – InnenAUSSENSICHTEN, das am 11.11.2010, 20Uhr im Café Wagner zu Gast ist?
Einerseits sollen Genregrenzen übertreten werden; anderseits sollen tschechische Musiker ihre Sicht der Dinge einbringen.

Auf dieser Kontrastierung baut das literar-musikalische Projekt der tschechischen Band MCH auf, die mit vertonten Gedichten  des Autors Jürgen Fuchs nun auch in Jena einkehrt.

MCH sind die Initialen von Mikoláš Chadima. Chadima – nonkonformer Musiker, Komponist, Texter und Publizist – gründete die MCH Band und gilt als einer der „Väter“ der eng mit der tschechoslowakischen Bürgerrechtsbewegung verbundenen alternativen Musikszene.
Obwohl ihm als Unterzeichner der Charta 77 von 1981 bis 1989 im eigenen Land sämtliche Auftritte und Publikationen verboten waren, gab er mit MCH konspirative Konzerte und veröffentlichte im Untergrund.

TAGESNOTIZEN ist der Titel eines Gedichtbandes, den Jürgen Fuchs – wie Wolf Biermann ein kompromissloser Kritiker des DDR-Staates – 1979 nach seiner Ausweisung in West-Berlin veröffentlichte. Fuchs hielt nicht nur Verbindung zur unabhängigen Friedens- und Bürgerbewegung in der DDR, sondern auch zur polnischen Solidarno?? und zur tschechischen Charta 77.

So kam er in Kontakt mit Mikoláš Chadima, der in ihm einen Seelenverwandten sah. Aus diesen Begegnungen entstand das musikalische Projekt, das vom Zusammenspiel alternativer, jazzbasierter Musik und kritischer Literatur lebt und nun live in Jena zu sehen und zu hören ist. Der Lesungsteil wird durch Utz Rachowski geleitet, der, schon zu DDR-Zeiten durch die Verbreitung verbotener Literatur auffällig, bereits lange Zeit mit der Literatur Jürgen Fuchs‘ vertraut ist.

Weiterführende Informationen gibt es unter www.jazzmeile.org.

Autor: Maxi Gade
Foto: MCH BAND / agentur

Kommentare deaktiviert
3. November 2010 | Lesung, Musik

Jazz unter Ulbricht und Honecker…

Von Stadtmagazin 07

…mein musikalisches Leben in der DDR, eine Lesung mit Musik.

„Der ‘Chef’ stand hinter dem Harmonium und schlug mit seinem Dirigentenstöckchen auf einen Notenstapel. ‘Was ist eine Tonleiter?’ Klatsch! Vor dem nächsten Klatsch mußte einer von uns antworten ‘Eine Tonleiter ist eine Aneinanderreihung von Tönen, die stufenweise aufwärts schreiten. Der erste und der achte Ton sind gleich.’ Nur wenn diese Definition wörtlich und in einem Atem heruntergerasselt wurde, war die Frage zufriedenstellend beantwortet. Noch heute, ein halbes Jahrhundert später habe ich die meisten dieser musikalischen ‘Kernsätze’ jederzeit abrufbar im Gedächtnis.“

Sich die Musik zur Berufung zu wählen, kann qualvoll sein, die Begegnung mit exzentrischen Altmeistern zermürbt. Als Musiker zu überleben bedeutet harte Arbeit. Als angehender Jazzfantast in der DDR die Konfrontation nicht zu scheuen, verweist auf einigen Mut. Doch die Faszination am täglichen Geschäft und der Überlebensdrang vieler künstlerischer Ideen und Projekte mögen dazu beigetragen haben, dass Frieder W. Bergner sich auch heute noch umtriebig in der ostdeutschen Jazzszene bewegt.

Die musikalische Vita des Posaunensolisten und Komponisten begann in der Kirche, in einem Thüringer Knabenchor. Nun ist er seit über 30 Jahren aktiver Jazzer. Ob im Duo mit der Sängerin Silke Gonska, als Big Band Chef der Weimarer Musikhochschule oder als Initiator und Leiter innovativer Jazzprojekte mit seiner Contemporary Jazz Band oder mit dem Ensemble Creativ, er sucht in vielen seiner Unternehmungen die Verbindung zwischen zeitgenössischem Jazz, Literatur und anderen Kunstformen.

In den 1970er und 80er Jahren war Bergner auch als Studiomusiker bei Rundfunk und Fernsehen der DDR beschäftigt. In diesem Job arbeitete er als Begleitmusiker für Freddy Quinn, Peggy March, Katja Ebstein, Roy Black, Costa Cordalis und viele andere Stars und Sternchen aus dem westlichen Popgeschäft, die in ostdeutschen Medien auftraten.

Nun hat sich Bergner an den Schreibtisch gesetzt. Nicht um zu komponieren, sondern um seine musikalische Biografie bis zur deutschen Wiedervereinigung aufzuzeichnen. Dabei schreibt er nicht nur über Jazz in der DDR. Er berichtet auch über Erziehung, Bildung und Kunst diesseits und jenseits der offiziellen Kulturpolitik im 1. deutschen Arbeiter- und Bauernstaat.

In einer konzertanten Lesung stellt er einige Kapitel aus seiner noch unveröffentlichten autobiografischen Erzählung „Jazz unter Ulbricht und Honecker-mein musikalisches Leben in der DDR“ vor. Zwischen den gelesenen Passagen greift er zur Posaune und spielt und singt Musik von seiner neuesten Solo-CD „Kein schöner Land – deutsches lied gut“.

Am Mittwoch, den 03.11.2010 findet 20 Uhr die Premiere des musikalischen Bühnenprogramms in der „kurz und klein Kunstbühne Jena“ statt.

Im Rahmen der diesjährigen 17. Jazzmeile (03.10.-25.11.2010) sei zudem auf ein Sonderkonzert hingewiesen: Am Freitag, den 05.11.2010 tritt die norwegische Sängerin Randi Tytingvaag mit Band im Volksbad zu einer vielfältigen Musikerfahrung an. Von Tango, Jazz, Kabarett, Kammer- bis hin zu Weltmusik erstrecken sich die Einflüsse, die durch die stimmlich vielfältige Frontfrau zu einem Ganzen zusammengebracht werden. Los geht es 20 Uhr, Tickets sind an der Touristikinformation unter 03641–498051 käuflich zu erwerben.

Autor: Maxi Gade; Foto: Christian Enger

Kommentare deaktiviert
18. Oktober 2010 | Lesung

Eindrückliches Klangbild einer Gesundheitsdiktatur

Von Stadtmagazin 07


Im ungewöhnlichen Rahmen präsentiert die Autorin Juli Zeh ihren neuen Roman „Corpus Delicti“. Gemeinsam mit der deutschen Independent-Band „Slut“ tritt sie am 6. November im Rahmen des diesjährigen Lesemarathons im Volkshaus auf. Geboten werden soll ein ungewöhnlicher Grenzgang zwischen Live-Hörspiel, Lesung und Theater. …

>> Lesen Sie den kompletten Artikel in Ausgabe 21: November 2010.
Ab 1. November kostenlos erhältlich.

Text: Matthias Eichardt; Foto: Gerfried Guggi

Kommentare deaktiviert
Schlagworte:
13. August 2010 | Kultur, Lesung

KulturArena betritt literarische Wege

Von Stadtmagazin 07


Der KulturArena-Sommer präsentiert sich dieses Jahr nicht nur äußerst musikalisch, sondern auch angenehm literarisch: Am Sonntag, 15. August, ab 16 Uhr präsentiert Lutz Rathenow „Literatur in der Villa“ im Garten der Villa Rosenthal.

Der bekannte Berliner und in Jena geborene Schriftsteller Lutz Rathenow stellt zwei Literaten mit ihren neuen Texten – stets mit Jena-Bezug – vor. Einer von beiden ist Dirk von Petersdorff, ein renommierter deutscher Lyriker, der seit kurzem in Jena als Literaturprofessor tätig ist und zum Literaturabend in der Villa eine Weltpremiere präsentiert: Sein brandneuer Gedichtband „Nimm den langen Weg nach Hause“ wird extra für die Veranstaltung drei Wochen vor dem allgemeinen Erscheinen gedruckt.

Das zweite Nachwuchstalent ist die junge Lyrikerin Nancy Hünger, die eigene und fremde Gedichte vortragen wird. Sie gilt als eine Ausnahmeerscheinung unter den jungen Lyrikerinnen. Bereichert werden diese Beiträge durch Passagen aus dem jüngst erschienenen Werk „Der Liebe wegen“ von Lutz Rathenow.

Musikalisch umrahmt wird der Abend von Basak Bollmann (Fagott) und Mirela Prescup (Gitarre); zudem kündigt sich Jenaer Sprechstellers Martin Stiebert mit einigen Überraschungen an. Die anschließende Diskussion verspricht einen abwechslungsreichen und ernsthaft unterhaltsamen Spätnachmittag.

Dieses ArenaSpezial bildet den Auftakt für eine Reihe von Lesungen, die 2011 in der Villa fortgesetzt werden.

Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

Villa Rosenthal,
15.08.2010, 16 Uhr, Mälzerstraße 11, 07745 Jena

Text: Florian Görmar; Foto: www.smile-shoots.de

Kommentare deaktiviert
10. April 2010 | Bühne, Freizeit, Kultur, Lesung, Musik

2. IDAHO in Jena

Von Stadtmagazin 07

Interaktive Aktions- und Veranstaltungstage anlässlich des »Internationalen Tag gegen Homophobie« vom 15. bis 17. Mai 2010 im Kassablanca…

>> Lesen Sie den kompletten Artikel in Ausgabe 16: Mai 2010.
Ab 1. Mai kostenlos erhältlich.

Text: Matthias Eichardt; Foto: IDAHO-Festival

Kommentare deaktiviert
Schlagworte: ,
6. April 2010 | Lesung

Papenfuß liest

Von Stadtmagazin 07

Als Lyriker schon zu DDR-Zeiten in der Untergrundszene bekannt, präsentiert Uwe Papenfuß diese Woche in der Kunstsammlung Jena Gedichte aus seinem Buch „ation-aganda“.

Im Rahmen der im März eröffneten Ausstellung „Poesie des Untergrunds – die Literaten- und Künstlerszene Ostberlins 1979 bis 1989“ ist am Donnerstag, den 8. April 2010 um 20 Uhr, der bekannte Lyriker Bert Papenfuß zu Gast in der Veranstaltungsreihe „Kunststück am Donnerstag“ in der Kunstsammlung Jena. Er liest aus seinem Buch „ation-aganda“, das Gedichte von 1985 bis 1998 versammelt.

Papenfuß gehörte zu den bedeutendsten Literaten der Ostberliner Untergrundszene und sein „kwehrdeutsch“ ist auch aus der aktuellen Lyriklandschaft nicht wegzudenken. Er verformt die Sprache konsequent und gegen alle Regeln. Mit seinem ’poetischen Anarchismus’ stellte er sich der deutschen Einheit, nimmt Abschied vom „faterland“ und begibt sich auf die Suche nach dem „meuterland“. Da kann man im Grunde nur sagen: Bitte „spannend erzaehlt weitermachen“ Herr Papenfuß.

„Kunststück am Donnerstag“ dem 8. April 2010, 20 Uhr:
Ation-Aganda
Lesung mit Bert Papenfuß (Berlin)

Kunstsammlung im Stadtmuseum Jena, Markt 7, 07743 Jena

Text: Matthias Eichardt; Foto: Stadtmuseum Jena

Kommentare deaktiviert
Schlagworte: ,
5. März 2010 | Lesung

Bukowski in der Bücherei

Von Stadtmagazin 07

Am 23. April 2010 ist es wieder so weit: Deutschlandweit wird der Welttag des Buches gefeiert.

Geboren wurde er zwar 1920 in Deutschland, den größten Teil seines von unzähligen Gelegenheitsjobs markierten Lebens verbrachte Henry Charles Bukowski jr. jedoch in den USA – als Leichenwäscher, Tankwart, Werbetexter für ein Luxus-Bordell, Möbelpacker, Nachtportier, Schlachtergehilfe, Sportreporter, Müllkutscher, Hafenarbeiter, Zuhälter, Birnenpflücker, Bremser bei der Eisenbahn und Briefsortierer…

>> Lesen Sie den kompletten Artikel in Ausgabe 15: April 2010.
Ab 1. April erhältlich.

Text: Matthias Eichardt

Kommentare deaktiviert