3. Dezember 2015 | Kinder, Lesung

Romantische Märchen im Glashaus

Von Stadtmagazin 07


An jeweils 2 Samstagabenden am 05.12. und 12.12.2015 könnt ihr alte Märchen neu insziniert ab jeweils 16 Uhr am Kamin im kleinen Glashaus erleben. Für Groß und Klein ab 3 Jahren.

Sa., 5. Dezember, Beginn: 16.00 Uhr
Daumesdick
Romantisches Märchen mit dem Figurentheater Weidringer. Daumesdick, der kleine Held aus dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm, geht wagemutig auf Reisen. Draußen in der großen Welt begegnen ihm nicht nur freundliche Wesen. Er landet in den Fängen von Gaunern. Ein Theatervergnügen für Kleine und Große.

Samstag, 12. Dezember, Beginn: 16.00 Uhr
Der kleine Muck
Der kleine Muck (gespielt von Cornelia Kieck) ist auf der Suche nach dem Kaufmann, der das Glück verkauft, gescheitert und lebt zurückgezogen in seinem Haus. Romantisches Märchen mit dem KIECK Theater.

Eintritt für Erwachsene 3 Euro und Kinder 1 Euro

Infos unter:
www.glashaus-paradies.de

Veranstalter: Lese-Zeichen e.V.
www.lesezeichen-ev.de

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24. Oktober 2014 | Lesung

Aufgelesen – 5 Jahre Literatur aus Jena

Von Stadtmagazin 07

Jubiläum des freien Autorenkollektivs Lichtkegel

Wer hat an der Digitaluhr gedreht? Gerade saßen wir doch noch zusammen, haben uns Poe oder Sartre vorgelesen, weil’s Spaß gemacht hat – und ich hatte auch mal was selbst Geschriebenes dabei. Selbst Geschrieben? Nein krass, lass hören. Vielleicht versuch ich das bis zum nächsten Mal auch …

… und schon standen wir auf der Bühne, im Lichtkegel, fiebernd, zitternd, erwartend, berauscht. Und das Wechselspiel zwischen den Vortragenden und den Zuhörern begann … und es dauert an. 5 Jahre schon gießen wir den Rahmen für Alltagsgeschichten – oder schildern den Ausnahmezustand, basteln wir Versmaße – oder werfen sie über den Haufen, feilen wir an Dialogen – oder slammen frei von der Leber weg, gerade so, wie es uns passt – immer mit Blickkontakt zum Publikum, immer musikalisch begleitet, immer stilecht und ernst und nie ohne ein Augenzwinkern.

5 Jahre Lesungen in Jena und Umgebung, diesmal zur Feier des Jubliläums – und die 18. große Lesereihe-Veranstaltung (endlich volljährig, und bald richtig berühmt, yeah). Das diese Veranstaltung ein Event-Siegel aufgeprägt bekommt, steht außer Frage.

Deshalb wollen wir feiern – mit euch!
Deshalb wollen wir lesen – für euch!
Deshalb scheint der Lichtkegel nun auch im Kassa – dank euch!

Sonntag, 2. November 2014 // Kassablanca Jena // Beginn: 20 Uhr, Einlass: 19 Uhr // AK: 5€

Lichtkegel online: www.lichtkegel.net
Im Kassaprogramm: splashurl.com/jwkr4jy
Veranstaltung auf Facebook: splashurl.com/n9xqee4

Text: Sarah Teichner
Bild: Lichtkegel

14. Februar 2012 | Lesung

Hippiepärchen & Künstlerduo

Von Stadtmagazin 07


In einer szenischen Lesung mit Musik präsentieren zwei Berliner Künstler des ›Theaterkosmos 5‹ die gemeinsame Geschichte von Patti Smith und Robert Mapplethorpe.

»Ich war zwanzig Jahre alt und bestieg den Bus. Ich trug meine Jeans, einen schwarzen Rollkragenpulli und den alten grauen Regenmantel, den ich in Camden gekauft hatte. Mein gelb-rot kariertes Köfferchen enthielt einige Zeichenstifte, ein Notizbuch, Rimbauds ›Illuminationen‹, ein paar Kleidungsstücke und Bilder von meinen Geschwistern. Heute war Montag. Ich war an einem Montag geboren. Ein guter Tag, um in New York einzutreffen…«

So beginnt die abenteuerliche Geschichte von Patti, dem Landei aus New Jersey, das mit 20 Jahren vor den Schweinefarmen und Square-Dance-Scheunen ihrer Kindheit flieht, um mitten im ›Summer of Love‹ von 1967 in New York ein neues Leben zu beginnen. Auf ihrer Suche nach einem Unterschlupf in der Metropole lernt sie den gleichaltrigen Robert kennen, einen hübschen Hippie in Schaffellweste und Birkenstock-Sandalen, der ebenfalls dabei ist, sich selbst zu finden – genau wie sie ohne einen Cent in der Tasche. Die beiden verbindet der gemeinsame Traum vom Leben als Künstler, aber auch eine unbewältigte Vergangenheit. Die darauf folgenden Jahre sind geprägt von einer geradezu rasanten Entwicklung der beiden: vom frisch verliebten Hippiepärchen aus der Provinz, das um ein Haar in der Gosse endet, zum coolen Künstler-Duo, das mit seinem androgynen Look und aggressiven Auftreten die Szene aufmischt und künstlerisch das nachfolgende Jahrzehnt einläutet.

Rike Schubert, Absolventin der Schauspielschule »Ernst Busch«, und Noel Rademacher, Popmusiker aus Berlin, präsentieren die gemeinsame Geschichte von Patti Smith und Robert Mapplethorpe – frei nach dem autobiographischen Erfolgsroman »Just Kids« von Patti Smith, der 2010 erschienen ist – am 14. Februar in einer szenischen Lesung mit Puppen und Livemusik. Den Soundtrack bilden Songs von ›Tim Hardin‹, ›Nico‹, ›Arthur Russell‹ und anderen.

»Just Kids – The Story of Patti & Robert«.
Lesung mit Musik
14.02.2012, Café Wagner, 20 Uhr
www.theaterkosmos.de

Autor: Florian Bertold
Foto: Rike Schubert

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21. Januar 2012 | Lesung

Villa Rosenthal stellt neue Stipendiaten vor

Von Stadtmagazin 07

Alle halbe Jahre vergibt die Villa Rosenthal Stipendien einer ganz besonderen Art: um kurze Wege zum Arbeitsplatz zu haben und ganz in Ruhe arbeiten zu können, wohnen die Stipendiaten direkt im Haus. Wohn- und Arbeitsplatz verschmelzen somit zu einer Einheit.

Auch im Jahr 2012 ziehen wieder Künstler für den Zeitraum von sechs Monaten in die wunderschöne Villa mit grandiosem Ausblick über die Stadt ein. Diese sind gerade erst in Jena angekommen und stecken noch voll und ganz in der städtischen Entdeckungsphase. JenaKultur stellte die beiden Auserwählten heute vor.

Der Stipendiat für Bildende Kunst ist Hagen Betzwieser. Bereits als kleiner Junge faszinierte ihn die Astronomie, welche heute die Grundlage seiner künstlerischen Arbeit bildet. Der mittlerweile 37-jährige Schwabe arbeitet also an der Grenzlinie zwischen Kunst und Wissenschaft. Während seines sechsmonatigen Stipendiums in der Saalestadt wird die Auseinandersetzung mit dem Hightech-Standort Jena einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden.

Neben zahlreichen weiteren Förderungen kann Hagen Betzwieser bereits ein Stipendium der ACC Galerie Weimar vorweisen. Zudem stehen in seinem Portfolio zahlreiche Ausstellungen und künstlerische Performances zu Buche. Momentan sind seine kunstwissenschaftlichen Projekte unter anderem in Liverpool und Manchester zu sehen.

Das zweite Stipendium hat der Ingeborg-Bachmann-Preisträger 2010 inne. Peter Wawerzinek wurde der breiteren Öffentlichkeit besonders durch seinen Roman „Rabenliebe“ bekannt und ist nun Stipendiat für Stadtschreibung in Jena – für ihn kein unbekanntes Feld, war der Schriftsteller doch schon bereits in selber Tätigkeit in Klagenfurt tätig.

Geboren 1954 schloss Wawerzinek in seinen jungen Jahren zunächst eine Lehre zum Textilzeichner in Plauen ab, bevor er an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee angenommen wurde. Das Studium brach er allerdings nach zwei Jahren wieder ab. Anschließend hielt er sich mit mehreren Gelegenheitsjobs wie Zugkellner oder Briefträger über Wasser und war nebenbei in der Ostberliner Literatenszene aktiv. Erst kurz nach der Wende konnte er sich voll und ganz der Schriftstellerei widmen.

Auch in seiner Funktion als Autor kann man den Stadtschreiber während seines Aufenthalts in Jena erleben: Ganz passend zum „Welttag des Buches“ liest Peter Wawerzinek am 19.04. im Volkshaus aus seinen Werken.

Weitere Informationen zu den beiden neuen Stipendiaten der Villa Rosenthal sind zu finden unter www.wecolonisedthemoon.com, www.wawerzinek.de sowie www.villa-rosenthal.de.

Text: Michael Stocker

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26. Juni 2011 | Kultur, Lesung

Poetische Streifzüge um Tautenburg

Von Stadtmagazin 07


Vor über hundert Jahren lockte die nahe Dorndorf gelegene Gemeinde Tautenburg übers Jahr zahllose Feriengäste an, darunter auch einige heute sehr bekannte Literaten. Deren ’Tautenburg-Erzeugnisse’ widmet sich Martin Stiebert in einer Lesung am 2. Juli – natürlich vor Ort.

„Wie eine Moosrose auf frischem Grün lacht uns das Dörfchen Tautenburg entgegen“ heißt es in einem Reiseführer aus dem 19. Jahrhundert. Mit solch poetischen Worten wurde damals für die Sommerfrische Tautenburg geworben.

Das Dorf hatte ungefähr 300 Einwohner, Feriengäste waren es bis zu 900 im Jahr. Die Beliebtheit des verschwiegenen Ortes im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wird auch von einigen berühmten Gästen bezeugt: „Meine liebe Freundin, eine halbe Stunde abseits von der Dornburg, auf der Goethe seine Einsamkeit genoss, liegt inmitten schöner Wälder Tautenburg.“ So lockte der 38jährige Philosoph Friedrich Nietzsche die 21jährige Lou von Salomé in das Dörfchen und traf sich mit ihr zu weiten Spaziergängen und stundenlangen Gesprächen. Nietzsches hochgespannte Erwartungen an diese Begegnung erfüllten sich nicht, aber Lou von Salomé schrieb 12 Jahre später ein interessantes Buch: „Friedrich Nietzsche in seinen Werken“.

Auch andere Autoren führte der Zufall in das abgelegene Dorf. Und so werden Texte von Joachim Ringelnatz, Reinhard Johannes Sorge, Ricarda Huch, James Krüss und Klaus-Peter Hertzsch erklingen, die alle eine Bezug zu Tautenburg haben oder sogar dort entstanden sind.

Veranstaltet wird die Lesung von den evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden Jena und Tautenburg, der Galerie Huber & Treff und dem Lese-Zeichen e.V.

02.07.2011, 18 Uhr, Dorfkirche Tautenburg: “Wie eine Moosrose auf frischem Grün” – Poetische Streifzüge um Tautenburg. Lesung mit Martin Stiebert. Musikalische Begleitung: Ilga Herzog (Flöte) und Beate Friedrich (Orgel)

Text: Martin Stiebert
Bild: M. Eichardt

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25. Mai 2011 | Bühne, Kultur, Lesung, Musik

Free Jazz für die Freiheit

Von Maxi Gade


Lesung und Konzert in der Jenaer ‘kurz&klein Kunstbühne’

26.05.2011│20.00h│kurz&klein Kunstbühne│ Buchpräsentation “Woodstock am Karpfenteich” + Konzert Günther “Baby“ Sommer  & Ulli Gumpert

Die Kleinstadt Peitz in der Niederlausitz ist berühmt für seine Karpfenzucht – und für die Veranstaltungen der jazzwerkstatt Peitz, die in den 70er- und 80er-Jahren junge Menschen anzog und Jazzmusiker aus aller Welt in der DDR eine Bühne gab. Das Buch „Woodstock am Karpfenteich“ reflektiert die Ereignisse in einem von Ulli Blobel edierten Sammelband. Blobel hatte vor vierzig Jahren in Peitz das erste Jazzfestival der DDR organisiert und damit einen „Höhepunkt der Jugend“ in Ostdeutschland geschaffen. Die massenwirksamen Aktivitäten der jazzwerkstatt sowie die freiheitliche Orientierung aller dort Zusammentreffenden wurden von den Kulturbehörden der DDR natürlich kritisch beäugt – schließlich 1982 verboten.

Exklusiv in Jena wird der Autor und Journalist Christoph Dieckmann, auf eigene Art mit Jena und dessen Fußballpräsenz verbunden, aus „Woodstock am Karpfenteich“ lesen.

Im Anschluss daran betreten zwei Musiker die Bühne, die mit dabei waren: Die „Urväter der frei improvisierten Musik in der DDR“, so liest man, haben sich im Gumpert-Sommer-Duo wieder zusammengefunden und bereisen in dieser eigenwilligen, aber bekannten Formation nun schon einige Zeit die Republik. Mit ihrer ersten Duo CD ‘Das Donnernde Leben’ ging das Duo 2010 ganzjährig auf Tour.

Nach über 20 Jahren setzen Gumpert und Sommer ihre musikalische Unterhaltung über Themen von gestern und heute fort. Für lange Zeit konnte man die beiden Musiker zusammen nur im “Zentralquartett”, ansonsten in unterschiedlichsten Formationen getrennt voneinander erleben. Umso besser, dass sich Piano und Drums, Gumpert und Sommer, nach nunmehr vier Jahrzehnten jazziger Zusammenarbeit einer neuen musikalischen Produktion gewidmet haben.

Eigenwillig, der Gumpert. Einzelgänger, dabei einer, der durchaus in der Lage ist, Kollektivgeist zu entfalten. Mit ihm regiert das wirkungsvoll koordinierte, mitunter auch spontan inszenierte Mit- und Gegeneinander der Charaktere.

Geboren und aufgewachsen im Thüringischen, begann er seine Studien in Weimar und ging dann nach Berlin, spielte mit Tanzbands und fand Zugang zur Band von Klaus Lenz. Das, sagte er rückblickend, war die eigentliche Schule, wichtiger als die gleichfalls besuchte Musikhochschule „Hanns Eisler“.

An seiner Seite: Günter Baby Sommer, einer der bedeutendsten Vertreter des zeitgenössischen europäischen Jazz, welcher mit einem hoch individualisierten Schlaginstrumentarium eine unverwechselbare musikalische Sprache entwickelt hat.
Sommer, in Dresden geboren, studierte dort an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Seine musikalischen Beiträge zu den wichtigsten Jazzgruppen der DDR wie dem Ernst-Ludwig-Petrowksy-Trio, dem Zentralquartett und der Ulrich Gumpert Workshopband ermöglichten Sommer den Einstieg in die internationale Szene. So arbeite Sommer nicht nur im Trio mit Wadada Leo Smith und Peter Kowald sondern traf mit weiteren wichtigen Musikern wie Peter Brötzmann, Fred van Hove, Alexander von Schlippenbach, Evan Parker und Cecil Taylor zusammen. Sommers Solospiel sensibilisierte ihn für Kollaborationen mit Schriftstellern wie Günter Grass.

Das Publikum erwartet Neuarrangiertes und Bewährtes im Sturzflug durch die Stile des Jazz, begleitet, angeregt, vielmehr –getrieben durch zwei Musiker, die nach so langer Zeit etwas zu erzählen haben.

Gut zu wissen, gut zu hören – wer gut dabei sein möchte, kann unter 03641- 221490 bei der ‘kurz&klein Kunstbühne‘ vorbestellen.

Autor: Maxi Gade
Foto: Peter Rytz

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3. Mai 2011 | Allgemein, Bühne, Kultur, Lesung, Musik

Hollaback …

Von Maxi Gade


… gegen Homophobie und für Toleranz!

16.- 22.05.2011│Stadtgebiet – verschiedene Veranstaltungsorte│IDAHO-Festival Jena 2011

Das Jenaer IDAHO-Projekt veranstaltet in der Woche vom 16. – 22.05.2011 ein Toleranzfestival, das wie seit zwei Jahre zum Diskutieren & Zuhören, Mitmachen & Betrachten, Tanzen & Verweilen einlädt.

Bereits zum dritten Mal beteiligt sich ein Zusammenschluss verschiedenster Gruppen und Einzelpersonen aus Jena am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (International Day Against Homophobia, kurz: IDAHO), der weltweit am 17.05. stattfindet.
Der Tag verweist auf die im Jahre 1990 vorgenommene Streichung von Homosexualität aus dem Katalog psychischer Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wird seitdem jährlich zum Anlass für einen gegenseitigen Austausch und gemeinsames Feiern genommen.

Ein Einblick ins umfangreiche Programm zeigt, dass sich die engagierten Projektteilnehmer von IDAHO Jena auch dieses Jahr wieder intensiv dafür eingesetzt haben, eine bunte Woche auf die Beine zu stellen, die einen problemlosen Austausch ermöglichen sollte.

Am Montag, 16.05.2011, lädt das Projekt IDAHO Jena um 19 Uhr ein zu einer Lesung queerfeministischer Texte im Gewölbekeller des ‘Haus auf der Mauer’.

Um 11 Uhr wird am Dienstag, den 17.05.2011, im Foyer der Fachhochschule Jena die Trouble X – Ausstellung eröffnet, bei der der/die KünstlerIn anwesend sein wird. Bei Trouble X handelt es sich um ein queerfeministisches Kunstprojekt, welches vorwiegend durch Comics und Poster sexistische, homo- und transphobe sowie lookistische (sub)kulturelle Strukturen sichtbar macht.

Ab 14 Uhr desselben Tages wird auf dem Holzmarkt Jena das IDAHO-Straßenfest verschiedenste involvierte Gruppen und Initiativen in Thüringen zusammenführen, um auf die Bedeutung des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie hinzuweisen. Das Straßenfest umfasst neben den Möglichkeiten, sich zu begegnen und ins Gespräch zu kommen, einen queeren Catwalk, auf dem sich der theoretische Begriff der Gender-Performanz in reale Praktiken des Cross-Dressings auflöst. Der Schirmherr des Festivals, Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter, wird uns ebenfalls auf dem Straßenfest besuchen.

Ausklingen wird der Tag mit dem Screening des Films „THE BUBBLE“, welches im Frei(t)raum der FSU Jena, Carl-Zeiss-Straße 3, um 19 Uhr stattfinden wird.

Am Mittwoch, 18.05., kann sich ab 14 Uhr in einem Workshop zu Polyamorie auf Forschungsreisen in nicht-monogames Gelände begeben werden. Die Veranstaltung findet im Glashaus Jena (Oberaue) statt und bietet Einblick in alternative Beziehungsmodelle jenseits der romantischen Zweierbeziehung.

Der Donnerstag, 19.05., hält die vom Jenaer Schulaufklärungsprojekt MiteinAnderS und der AG Diversity (GEW) angebotene LehrerInnen-Weiterbildung bereit. Das Ziel einer solchen ist es, LehrerInnen zu vermitteln, wie sensible Thematiken um sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in den Unterrichtskontext eingebunden werden können. Des Weiteren bietet die Veranstaltung die Möglichkeit zur Wissensvertiefung und Hilfestellung im angemessenen Umgang mit Konfliktsituationen. Der Workshop wird von 14 – 17 Uhr in der Grete-Unrein Schule angeboten.

Am Freitag, 20.05., lädt wiederum das Projekt IDAHO Jena von 13 – 16 Uhr zu einem Workshop zum Thema Street Harassment ein. Bei Street Harassment handelt es sich um sexualisierte und sexistische Belästigungen auf der Straße. Im Workshop wird auf die vielfältigen Formen verbaler Übergriffe aufmerksam gemacht, um dann hilfreiche Strategien zum Umgang mit diesen zu entwickeln. Die Veranstaltung findet im Seminarraum des ‘Haus auf der Mauer’ statt.

In der Turnhalle der Jenaplanschule kann ab 21 Uhr desselben Tages gemeinsam mit dem SC Paradiesvögel Volleyball gespielt werden.

Der Samstag, 21.05, hält den für IDAHO Jena bekannten Konzertabend bereit. Ab 21 Uhr können sich tanzfreudige Festivalsbesucher im Kassablanca auf eine Reise von Pop über Synthie bis hin zu Electro begeben. Die aus Schweden stammende MOLLY NILSSON vereint perfekten Pop mit Synthie-Klängen der 80er Jahre. Danach werden die mysteriösen KünstlerInnen um THIS IS VIENNA mit ihren Electro-Sounds den Boden des Kassablancas zum Wabern bringen. KINKY WHITE HÓRSE aus Berlin schließen die Runde mit kräftigen, experimentellen Elektrobeats, aus denen eine sanfte weibliche Stimme hervor tritt. Im Anschluss zeigt das Duo FUZZPOP ihr Platten-Talent und begleitet uns in eine lange Nacht.

Zum Abschluss des Festivals am Sonntag, 22.05, präsentiert das Seniorentheater PRIMA mit der HomoErotischenUnion Leipzig um 18 Uhr im Kassablanca das Theaterstück „Bedingung: schwul“.

Weitere Infos zu den Veranstaltungen können unter www.idaho-jena.de sowie in der Facebook-Gruppe „IDAHO Jena“ abgerufen werden.

Autor: Maxi Gade
Foto: Jacopo Turrini

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21. März 2011 | Freizeit, Kino, Kultur, Lesung

Die Welt den Mutigen

Von Maxi Gade

Aktion Mensch veranstaltet zum vierten Mal themengebundenes Filmfestival

07.-20.April 2011│Weimar│mon ami│Das bundesweite Filmfestival uebermut

Es sind ganz unterschiedliche Heldengeschichten: von Menschen, die unsere Gesellschaft verändern oder ihre Träume leben wollen – gegen alle Widerstände. Das Festival „ueber Mut“ der Aktion Mensch zeigt ab 7.April 2011 zehn internationale Dokumentar- und Spielfilme über starke Charaktere.

Mut hat viele Gesichter. Etwa das von Jackie, die sich im südafrikanischen Township für missbrauchte Mädchen einsetzt. Auch Monica und David kämpfen – das junge Paar mit Down-Syndrom will unabhängig leben. Und frappierend offen erzählen die Berliner Jugendlichen Anton und Sookee von ihren Gefühlen. Ihre und weitere bewegende Geschichten bringt das Festival „ueber Mut“ erstmals in deutsche Kinos. „Engagiert. Couragiert. Kontrovers“ lautet der Untertitel des Programms, das zur Diskussion anregt und zu gesellschaftlichem Engagement motiviert. Das bundesweit stattfindende Festival startete bereits am 4. November in Berlin und Umland und kommt nun nach Thüringen. Insgesamt werden die Filme deutschlandweit in 100 Städten gezeigt.

Zugang und Verstehen erleichtern

Damit auch Menschen mit Behinderungen die Vorstellungen besuchen und alle Details erfassen können, hat die Aktion Mensch das Festival barrierefrei gestaltet. Sämtliche Kinos sind rollstuhlgeeignet. Für Hörgeschädigte und Sehbehinderte stehen Untertitel und Audiobeschreibungen zur Verfügung. Drei Filme sind zusätzlich für Zuschauer mit Leseeinschränkungen synchronisiert.

Gespräche mit Machern und Helden

„ueber Mut“ ist nach „ueber Arbeiten“, „ueber Morgen“ und „ueber Macht“ das vierte Filmfestival der Aktion Mensch, das bundesweit stattfindet. Es wird gemeinsam mit 19 überregionalen und rund 3.000 lokalen Kooperationspartnern realisiert. Die Kinobetreiber und Veranstalter der einzelnen Städte organisieren das Festival weitgehend eigenständig, die Aktion Mensch unterstützt sie beispielsweise mit Technik und Werbemitteln. Nach jeder Vorstellung gibt es ein Publikumsgespräch, in dem Fragen gestellt und Eindrücke geteilt werden können. Um lebensnah zu vermitteln, was Mut bewegen kann, nehmen in einigen Städten Regisseure und Akteure der Filme an den Diskussionen teil.

Das genaue Programm lässt sich unter www.aktion-mensch.de/filmfestival/programm.php?cid=512 finden.

Autor: Maxi Gade

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22. Februar 2011 | Jena, Lesung

Literatur in der Villa

Von Maxi Gade

Die zweite Veranstaltung der Reihe “Literatur in der Villa Rosenthal” ist für diesen Sonntag angekündigt

27.02.2011│15.00h│Villa Rosenthal│Lesung│Lutz Rathenow begrüßt Bärbel Klässner

Der Berliner Literat mit Jenaer Wurzeln Lutz Rathenow wird die neue Stipendiatin des Stadtschreiber-/ Literaturstipendiums Bärbel Klässner vorstellen. Die gebürtige Magdeburgerin mit Lebensmittelpunkt in der Ruhrgebietsmetropole Essen hat eine bewegte Ost-West-Biografie aufzuweisen und auch vielfache Bezüge zur Stadt Jena. So studierte sie an der FSU, arbeitete später in der sogenannten „innerkirchlichen Opposition“ und erlebte in Jena die stürmische Zeit des Herbst 1989, bevor sie 1990 die Stadt verließ. Der Kontakt nach Jena blieb erhalten, weil auch eine ihrer Töchter bis vor kurzem an der FSU studiert hat. Bekannt sind in Thüringen vor allem Bärbel Klässners Lyrikveröffentlichungen. Jetzt arbeitet sie an einem Essayband, in den die Jenaer Texte einfließen sollen. Mit ihrem Vorhaben, Biografien Jenaer Bürgern nachzuspüren und sie in neuer, prosaischer Form den nachfolgenden Generationen zu erhalten, konnte sie – besonders aufgrund ihres eigenen biografischen Hintergrundes – die Jury überzeugen.

Seit dem 01.01.2011 ist Bärbel Klässner als erste offizielle Stadtschreiberin Jenas in der Villa Rosenthal zu Gast. Zusammen mit der südkoreanischen Künstlerin Jeong-Eun Lee, ebenso Clara-und-Eduard-Rosenthal-Stipendiatin, ist Bärbel Klässner in der Mälzerstraße 11 untergebracht. Dort möchte sie sich bis Juni dieses Jahres gedanklich-kreativ besonders der ‘geistigen Mangelwirtschaft’ in der DDR widmen – ein Thema, zu dem sie selbst einiges zu sagen, erzählen, schreiben weiß. Dennoch appelliert sie an die Erfahrungen und entsprechende Unterstützung des Projekts durch die Jenaer Bevölkerung.

Eine erste Kontaktmöglichkeit bietet vielleicht diese nächste Lesung in der Villa Rosenthal, auf der beide Literaten, Lutz Rathenow und Bärbel Klässner, aus ihren aktuellen und bisher unveröffentlichten Werken lesen werden.

Der Eintritt ist frei. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Leider können aufgrund der räumlichen Verhältnisse im ersten OG nur 70 Plätze vorgehalten werden.

Autor: Maxi Gade

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15. Februar 2011 | Jena, Kultur, Lesung

Lesezeit in der Volkssolidarität

Von Maxi Gade


Neue Veranstaltungsreihe in Thüringen

21.02.2011│14.00h│Begegnungsstätte der Volkssolidarität, Altenburgerstraße 3│Lydia Kuhnt│‘Kunterbuntes Leben’

Das gab es noch nie: Die Volkssolidarität Thüringen beginnt im Februar mit einer neuen Veranstaltungsreihe – „Lese-Zeit“. Geplant ist ein Veranstaltungsmarathon, der durch fünf Städte Thüringens führen wird.
Mit dabei immer Hauptperson Lydia Kuhnt, die 85-jährig noch einmal den mutigen Schritt wagte, ein Buch herauszugeben. Der Landesverband unterstützt die Lyrikerin mit zahlreichen Vorleseangeboten.

Diese schriftstellerische Debütantin sorgt für Überraschungen: Auch, wenn sie erst im späten Alter das Schreiben für sich entdeckt hat, veröffentlicht sie seit ihrem 73. Lebensjahr Geschichten, Gedichte, Gedankensplitter. Die Neuerscheinung ‘Kunterbuntes Leben’ enthält die bisherigen drei Publikationen der Autorin: ‘Fresst die Großmutter auf. Für Leute mit Grips, die nachdenken und mitfühlen’, ‘Gedichte und Erzählungen’ sowie ‘Kunterbuntes Leben’.

Eine zusätzliche Freude dürfte eine Lesung mit der Autorin bieten: Die wachen Augen und die kräftige Stimme beeindrucken. Ein wenig rollt das R beim Sprechen und lässt ihre Herkunft erahnen. Kuhnt wuchs im Riesengebirge auf, das seit dem Kriegsende 1945 zu Tschechien gehört. Die in Erfurt ‘angekommene’ dreifache Mutter absolvierte in der damaligen DDR eine Ausbildung zur Wirtschaftskauffrau und zur Mittelstufenlehrerin sowie ein Philosophiestudium.

Sich erhalten und aufgeschrieben hat sie ihre eigenen Blick – in ihrer Lyrik nimmt Lydia Kuhnt nicht nur Probleme und Fehlentwicklungen in der Gesellschaft oder Themen der Zeit aufs Korn. Mit gleicher Hingabe widmet sich die Erfurterin den Dingen des alltäglichen Lebens und verschafft ihnen mit feinfühligen Formulierungen mehr Gewicht. Selbst Themen wie die Liebe lässt die Künstlerin nicht außen vor und verpackt ihre eigenen Gedanken originell und einfühlsam in Verse. Die Prosaskizzen fesseln hingegen durch ihre Erzählweise, die sich vor allem durch Witz und unerwartete Wendungen auszeichnen.

Landesverbandschef Lothar Bausch freut sich über diese besondere Februar-Lesereise. Die Erfurterin Lydia Kuhnt lernte Lothar Bausch bei der eigenen Buchpräsentation der Volkssolidarität Thüringen ‘Voll Super’ kennen, zu der die Lyrikerin einige Beiträge beisteuerte. ‘Die Gedichte von Lydia Kuhnt sind mir wegen der kurzen eindringlichen Worte aufgefallen,’  meint der Landesgeschäftsführer. ‘Ihre Gedichte haben wesentlich zum großen Erfolg des Volkssolidaritätsbuches beigetragen.’

Die Lese-Orte sind meist Treffpunkte von Mitgliedern  der Volkssolidarität. Interessierte sind herzlich zu den kostenlosen Lesungen eingeladen. Eine Signierstunde ist gleichfalls vorgesehen.

Weitere Lesezeiten fnden am 25.02.2011, 09.30Uhr in Suhl (Am Himmelsreich 2a) und am 28.02.2011, 14.00Uhr in Mühlhausen (Begegnungsstätte am Steinweg 43) statt.

Autor: Maxi Gade
Foto: www.volkssolidaritaet.de

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21. Januar 2011 | Kultur, Lesung

Lieber Kässpatzen statt kalten Kurzurlaub

Von Maxi Gade


Für Kluftinger könnte alles auch einfacher sein

02.02.2011│Volkshaus│20.00h│Volker Klüpfel und Michael Kobr│Best of Klufti

Als Kommissar hat man es nicht so einfach: Ein Mord pro Halbjahr reicht eigentlich, aber nein, manchmal wird gleich eine ganze Serie daraus. Dazu diese lästigen Zwischenfälle und unliebsamen Ermittlungspartner, während sich die Schlinge des Verbrechens weiter zuzieht. Hinterher lauert der Alltag mit einer gewaltvollen Mischung aus Gemütlichkeit und Ehe – und weiteren Ärgernissen wie etwa ein Tanzkurs oder Wasserrohrbruch.

Das Debüt des Allgäuer Autorenteams Volker Klüpfel und Michael Kobr „Milchgeld“ schaffte 2003 Platz für süddeutsche Ermittlungsmentalität in der deutschen Krimilandschaft.
Seitdem verläuft der Erfolgskurs der Ausnahmeautoren steil bergauf: Vier weitere Kriminalromane, ein Fernsehfilm und Zusatzprodukte wie etwa ein Kochbuch mit Kluftingers Lieblingsgerichten sind bisher erschienen, zudem sorgen zahlreiche Lesungen und Auftritte der Autoren selbst für den stetig wachsenden Bekanntheitsgrad des Heimatkommissars.

Sein letzter Fall, „Rauhnacht“, ist 2009 im Piper Verlag erschienen:
Zum Neujahrsbeginn bekommen Kluftinger und seine Ehefrau Erika einen Kurzurlaub im Allgäu geschenkt – ein inhaltlicher Rückverweis auf den vierten Kriminalfall „Laienspiel“. Möglichst erholsam planen die Beiden ins neue Jahr zu gehen. Dass das Ehepaar Langhammer mit von der Partie ist, stimmt Kluftinger missmutig. Fr. Langhammer ist zwar die beste Freundin von Ehefrau Erika, Hr. Langhammer kann Kluftinger allerdings getrost gestohlen bleiben.

„Watt mutt, datt mutt“, wäre die ’fremdländische’ Empfehlung an den heimatverbundenen Bayern, und so startet die Urlaubsgemeinschaft in ein turbulentes Wochenende inklusive Krimidinner und Lawinenrutsch – es kommt eben alles auf einmal. Auf diese Art von der Außenwelt abgeschnitten, gerät das organisierte Kriminalspiel, in dem alle Gäste als Schauspieler integriert sind, zum täuschend echten Krimievent. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste wirkliche Tote eingeschlossen in seinem Zimmer aufgefunden wird. Durch den Mediziner Doktor Langhammer assistiert, nimmt Kluftinger die Ermittlungen auf, befragt die anwesenden Gäste und findet heraus, dass nicht nur jeder dieser auf eigene Art mit dem Toten in Verbindung steht, sondern jeweils auch ein starkes Tatmotiv aufweist. Nun gilt es, geschickt zu kombinieren, die richtigen Schlüsse zu ziehen und nebenbei gegenüber dem verhassten Doktor Langhammer aufzutrumpfen, der neben dem Routinekommissar Kluftinger einfach zurückstecken muss.

Konzentriert und aufs Wesentliche bedacht widmet sich dieser Band weniger dem Klamauk, denn dem klassischen Kriminalroman: Der Leser fühlt sich stark an Agatha Christie erinnert, wenn er als Zuschauer in diese abgeschlossene Situation mit überschaubarer Personenkonstellation eintritt. Die Spitzfindigkeiten und Sticheleien zwischen den Kontrahenten Kluftinger und Langhammer lockern die Ermittlungen natürlich auf, auch darf sich der Leser wieder auf nette Zwischenfälle und alltägliche Komiksituationen einstellen – Klufti bleibt eben Klufti.

Egal ob reger Leser der Romanreihe, ob Neueinsteiger, Krimifreund oder Allgäufan – allen Interessierten sei die Lesung der Autoren Volker Klüpfl und Michael Kobr ans Herz gelegt. Lesung? Ach was! Zwischen Comedy und Schwank, Plauderei und schriftstellerischer Kostprobe tarieren sich die Leseveranstaltungen des Autorenteams aus und versprechen einen rundherum unterhaltsamen Abend. Priml!

Autor: Maxi Gade
Foto: Peter von Felbert

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12. Dezember 2010 | Kultur, Lesung

Laut liest es sich am besten

Von Maxi Gade

Letzte Lautschrift des Jahres im Kunsthof

Kurzentschlossenen sei die Lautschrift-Lesereihe im Kunsthof ans Herz gelegt.

An diesem Sonntag, 12.12.2010 um 20 Uhr, kommt Lyrik und Prosa von Patrick Siebert und Christian Franke zu Gehör, ebenso werden auch 2/3 des Lautschrift-Teams, Romina Voigt und Moritz Anton Gause, ihre geschliffenen Worte ans Publikum richten. Für die musikalische Ausgestaltung sorgt der Leierkastenmann Mr.Evergreen, sodass auch dieser Leseabend im Kunsthof gut abgerundet in die nächste Woche leiten kann.

Die Lautschrift versteht sich als offene Lesebühne für eine junge Autorengeneration – hier darf ausprobiert und vorgestellt werden, was sonst zu schnell in den Schubladen zu verschwinden droht. Dabei besteht die Chance, auf wahre Kleinode zu treffen, die, einmal aufs Papier gebracht, normalerweise nicht so schnell auf Zuhörer stoßen würden.

Was nach der Veranstaltung bleibt, ist die neueste Ausgabe des Lautschrift-Heftes zum Mitnehmen.

Viel Spaß heute Abend im Kunsthof und einen guten 3. Advent wünscht Euch das Stadtmagazin07!

Autor: Maxi Gade

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8. Dezember 2010 | Bühne, Kultur, Lesung

Die Kunst der Beleidigung

Von Maxi Gade


…wie “die Zeit” einst titelte: Harry Rowohlt im Volkshaus

„Schreiben Sie verdammt nochmal endlich mal wieder einen Corner. Was soll denn die Scheiße?”, schrieb Axel aus St. Pauli an Harry Rowohlt in der Pooh-losen Phase.  Jetzt kann er wieder ganz beruhigt sein. Treue Fans und auch Neuentdecker können jubeln: „Pooh’s Corner” gibt‘s jetzt handlich in zwei Bänden. In der ZEIT-Kolumne meldet sich Harry Rowohlt zu Wort mit Meinungen und Deinungen eines Bären von sehr geringem Verstand. Am 18.01.2011 um 20Uhr liest der derzeit wohl kompetenteste, ach was, begnadetste Rezitator im Volkshaus aus seiner Kolumnensammlung, seinen nicht weggeschmissenen Briefen und erzählt darüber hinaus Anekdoten zu allen relevanten Themen der letzten zehn Jahre.

Da liegt auch schon der eigentlich Schwerpunkt, das Hauptohrenmerk, die Besonderheit eines Rowohlt’schen Sprechkunstabends. Die Zeit zum Erzählen bringt Rowohlt in jede Lesung mit ein, die  „Erzählung“ oder „Frotzelei“, „Plausch“ und „Sprachakrobatik“ gleichermaßen heißen kann. Nicht immer kommt die Umwelt gut dabei weg, aber darum geht es nicht. Zusammen lachen, auch über sich, darf man lang und ausgiebig.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass Harry Rowohlt als ein Meister der Abschweifung und der Pause bezeichnet wird. Er hat, nicht minder meisterhaft, die Parodie, die sprachliche Finesse, die originelle Sicht auf Mensch und Welt zum Stilprinzip erhoben. Zu diesem Zwecke beherrscht er alle Tonlagen und Dialekte. Er ist neben Autor, Kritiker, Übersetzer, Schauspieler eben auch Sprechkünstler und spätestens, wenn der erste Schwank erzählt oder das erste Schriftstück gelesen ist, wird der Zuschauer davon überzeugt sein, dass es von diesen Stimmen nur wenige innerhalb des deutschsprachigen Raumes geben dürfte. Hinter der Stimme steht gelebte Erfahrung samt sonorem, resolutem, etwas zotteligem Urtypimage.

Inwiefern dieses Image zu Recht besteht, lässt sich nur erproben. Harry Rowohlt gibt reichlich Gelegenheit und reist durch Groß- und Kleinstadt. Nachdem er das letzte Mal in Weimar gastierte, kann  nun in Jena der berühmt gewordenen Ausschweifung Raum gegeben werden.

Es ist zu empfehlen, Tickets zeitnah zu kaufen – schließlich hat sich Harry Rowohlt mitsamt seiner Lieblingscharaktere und Erzählstimmen bereits ein wenig umgetan und ist bekannt wie ein bunter Hund.

Näheres dazu gibt es unter www.jena.de im Kulturkalender oder im Vorverkauf der Jenaer Tourist-Information.

Autor: Maxi Gade
Foto: Martin Kunze

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