28. März 2021 | Allgemein

Neue Ausgabe: Jetzt erhältlich!

Von Stadtmagazin 07


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26. März 2021 | Allgemein

Lesestoff für die Frühlingszeit

Von Stadtmagazin 07

Mit dem anhaltenden Lockdown ist der Zugang zu kulturellen Angeboten außerhalb der eigenen vier Wände weiterhin empfindlich eingeschränkt – ein Umstand, der das Buch noch mehr als sonst zu einer willkommenen Alternative werden lässt. Bei der Qual der Wahl der passenden Lektüre stehen wir natürlich gern hilfreich zur Seite — mit Büchertipps zu aktuellen Neuerscheinungen. Heute:

»The Travel Episodes: Von Abenteuern in der Ferne und vor der Haustür«

Jenseits der Komfortzone: Geschichten vom Reisen

Literarisch zu reisen erfreut sich ja schon seit eh und je großer Beliebtheit – und dürfte aktuell sicher noch größere Zuwendung erhalten. Willkommenen Nachschub liefert der gerade erschienene fünfte Band der von Johannes Klaus herausgegebenen „The Travel Episodes“-Buchreihe. Nachdem diese sich im vorangegangenen Teil der Lust am Alleinreisen widmete, ist der Blick nun mit der Untertitelung „Von Abenteuern in der Ferne und vor der Haustür“ wieder etwas unspezifischer ins Weltenrund gerichtet. Wobei „vor der Haustür“ angesichts der im Buch bereisten Orte und Gegenden eher etwas fragwürdig daherkommt, finden doch gerade einmal zwei der insgesamt 21 hier versammelten Reise- bzw. Abenteuergeschichten tatsächlich vor der Haustür, also in Deutschland statt. Aber vielleicht sollte man da den Blick auch einfach ein wenig weiten – schließlich werden ‘Haustüren‘ heutzutage ja längst auch vor der eigenen Landesgrenzen oder gar jenen Europas verortet.

Zudem: Für den Reisenden ist zweifellos ohnehin die ganze Welt ein Zuhause und damit dieses „vor der Haustür“ gleichfalls überall. Und für uns, den Lesenden, der sich aktuell coronabedingt nach wie vor sehr darin beschränkt sieht, eigenen Träumen vom Reisen nachzugehen, wohl sowieso das Beste, was man sich gegenwärtig zuführen kann, um diesen möglichst nahe zu sein. Darüber hinaus vielleicht auch zukunftsweisend: Schließlich setzt sich doch mittlerweile mehr und mehr das Bewusstsein oder die Erkenntnis durch, dass wir so wie in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Zukunft nicht mehr reisen können und wollen. Stichwort „Corona“, Stichwort „Klimawandel“. Womit dem Stellvertreterreisen, sei es als audiovisuelle Dokumentation, sei es als literarische Dokumentation mehr und mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit zukommen dürfte. Also die Welt durch die Augen anderer entdecken. Wünschenswerterweise natürlich gut erzählt und zum Nacherleben anschaulich aufbereitet. Johannes Klaus, selbst leidenschaftlicher Reisender, beweist als Herausgeber der „The Travel Episodes“-Serie auf jeden Fall auch in diesem Band wieder ein gutes Händchen, wenn es um die Auswahl wortgewandter Autoren und Autorinnen geht, die ihre Reisen und Abenteuer in prosaische Erzähltexte verwandeln. Natürlich fällt bei weitem nicht eine jede oder ein jeder von diesen in die Kategorie „Maler/in mit Worten“, natürlich merkt man den Texten an, ob sie von einer professionellen (Reise)Journalistin oder einem enthusiastischen Reiseblogbetreiber verfasst wurden. Aber tatsächlich macht gerade dies einen der Reize aus, den dieses Buch hat: Die literarische Qualität der Beiträge – teilweise von ‘Wiederholungstäter:innen‘ verfasst, die  auch schon in den vorangegangenen Ausgaben Reiseerlebnisse veröffentlichten –ist so vielfältig wie die Reiseziele und Abenteuer, die darin geschildert werden.

In diesem Sinne ist es genauso lohnenswert, mit dem Geschwisterpaar Hermes den Amazonas über gut 3000 Kilometer hinweg im Kanu zu bereisen wie etwa sich mit Abenteurer David Franz auf eine Wanderung zu Fuß durch grönländische Wildnis zu begeben, mit Fredy Gareis das Zivilisationsabenteuer ‘Vanlife‘ auf deutschen Straßen auszuprobieren, mit Philipp Laage den Pik Lenin zu besteigen oder die Langstreckenwanderin Ana Zirner ein Stück weit auf ihrer 800 Kilometer-Pyrenäen-Wanderung zu begleiten. Alle versammelten Beiträge transportieren eine Begeisterung für das Draußen- und Unterwegssein, dass man sich tatsächlich 21-fach ‘mitgenommen‘ fühlt – hinaus in die mal nah oder fern gelegene, immer wieder Entdeckenswertes bzw. Neues bereithaltende Fremde.

In jedem Sinne positiv auffallend ist hierbei, wie viele der versammelten Autor:innen sich aus innerer Überzeugung um ‘alternative‘ und/oder nachhaltigere Reiseformen bemühen. Also lieber mit Zelt oder per Couchsurfing unterwegs sind als in Hotels schlafen; lieber die eigene Komfortzone verlassen als sich nur entlang instagramtauglicher Wohlfühl-Massentourismus-Routen zu bewegen; lieber zu Fuß oder per Anhalter reisen als das Flugzeug zu nehmen, selbst wenn es sich um wirklich ferne Reiseziele handelt. Weil sie um den ökologischen Fußabdruck wissen, den ein jeder ihrer Ausflüge ins Weltenrund hinterlässt – weil sie trotz aller Privilegien, die sie als Reisende mit deutschen Pass in der Welt genießen, lieber nach Möglichkeiten suchen, eben jene mit mehr Zurückhaltung und kulturellem Tiefgang für sich zu entdecken als in der häufig komplett moral- und gewissensbefreiten Art des Reisens mitzuschwimmen, die man leider immer noch zu häufig im Massentourismus und seinen diversen Auswürfen antrifft. So sind die dargebotenen Reise- und Abenteuergeschichten nicht nur im besten Sinne mitrei(s)ßend- unterhaltsam, sondern bieten auch so manch wertige Inspiration für die nächsten eigenen Reiseabsichten. Im Rahmen der Möglichkeiten…

Wer sich von einem oder allen im Band versammelten Reise- und Abenteuerepisoden übrigens so ‘angefüttert‘ fühlt, dass er umgehend mehr Stories vom jeweiligen Autor, von der jeweiligen Autorin lesen und nachspüren möchte, dem sei unbedingt ein Blick in das Autor:innen-Verzeichnis am Ende des Buchs empfohlen: Neben biografischen Infos zu den Verfasser:innen sind hier auch die jeweiligen persönlichen Reiseblog-Webadressen aufgeführt, die auf Blogs und Homepages führen, die mitunter so umfassend mit Abenteuer, Erlebnis und Eindrücken gefüllt sind, dass man dort lesend locker tages- oder abendfüllend auf die Reise gehen kann, auf dem eigenen Sofa, hinter der eigenen Haustür.

“The Travel Episodes: Von Abenteuern in der Ferne und vor der Haustür”
hrsg. von Johannes Klaus
Malik Verlag
320 Seiten (brosch.)

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19. März 2021 | Allgemein

Lesestoff für die Dunkelzeit

Von Stadtmagazin 07

Mit dem neuerlichen bundesweiten Lockdown ist der Zugang zu kulturellen Angeboten außerhalb der eigenen vier Wände erneut empfindlich eingeschränkt worden – ein Umstand, der das Buch noch mehr als sonst in der dunklen Jahreszeit zu einer willkommenen Alternative werden lässt. Bei der Qual der Wahl der passenden Lektüre stehen wir natürlich gern hilfreich zur Seite — mit Büchertipps zu aktuellen Neuerscheinungen. Heute:

Ljudmila Ulitzkaja: »Eine Seuche in der Stadt«

Tödlicher Virus in totalitärem System

Es bedarf nur einer kleinen Unachtsamkeit und schon nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Als Rudolf Iwanowitsch Mayer, Forscher am Pest-Institut von Saratow, damit beauftragt, einen Impfstoff gegen alle bekannten Pestarten zu entwickeln, eines Winterabends im Jahr 1939 mitten in einer Versuchsanordnung zum Rapport ans Telefon gerufen wird, geschieht, was innerhalb der Isolierkammer, in der er sich befindet, besser nicht passieren sollte: Seine Gesichtsmaske verrutscht ihm leicht, der Kinnriemen hat sich unversehens gelöst. So richtig nimmt das in diesem Moment so unscheinbar ins Rollen gebrachte Unglück aber erst an Fahrt auf, als Mayer, bereits Pestvirus-infiziert, sich am nächsten Tag in den Zug nach Moskau setzt – das Volkskommissariat für Gesundheit hat ihn einbestellt, um Auskunft über den Stand seiner Forschung zu geben. Schließlich hält man den Impfstoff nicht nur für wichtig, sondern auch höchst bedeutsam. Ein wirksamer Pestimpfstoff würde dem Kommunismus ohne Zweifel den Weg zum endgültigen Sieg ebnen, weltweit. Doch Mayer bringt nicht nur seinen Bericht mit nach Moskau, sondern eben auch das, was er eigentlich ausmerzen will: die Lungenpest. Schon unmittelbar nach der Sitzung im Volkskommissariat bricht er in seinem Hotel zusammen, wird vom herbeigerufenen Arzt mit Verdacht auf Lungenentzündung ins Krankenhaus eingewiesen – wo der leitende Arzt der Notaufnahme zum Glück die Symptome, die der halb bewusstlose Patient aufweist, sofort richtig zu deuten weiß, sofort alle nun notwendigen Maßnahmen in die Wege leitet: Station isolieren, sich selbst unter Quarantäne setzen, Vorgesetzte und Behörden informieren, Infektionsketten durchbrechen, die Maschinerie der Nachverfolgung ins Rollen bringen. Und diese Maschinerie funktioniert gut, sehr gut sogar! Wenn man im Jahre 1939 eines in Moskau kann, dann ist es nachverfolgen. Also beginnt das NKWD – das Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten –, welches sich sonst eher damit befasst, Angst und Schrecken zu verbreiten, das öffentliche und private Leben aller Sowjetbürger mit Denunziation, Verhaftung, Verbannung und heimlichen Hinrichtungen auf den vom großen Führer vorgegebenen Kurs zu bringen – ausgerechnet diese Zentralinstitution des staatlichen Terrors wird nun mit der lebenserhaltenden Aufgabe betraut, den Wettlauf gegen die Zeit, gegen das Pestvirus sofort aufzunehmen, bevor dieses sich in der Stadt ausbreiten oder gar zur landesweiten Pandemie auswachsen kann. Ein Scheitern ist selbstverständlich komplett ausgeschlossen.

Spannend und makaber

Ljudmila Ulitzkaja, die Autorin von „Eine Seuche in der Stadt“ hat dieses Szenario, das ihren Worten zufolge auf einer weitgehend unbekannten, aber so tatsächlich geschehenen Begebenheit beruht, bereits vor über 40 Jahren geschrieben, dann aber wieder vergessen. Wiederentdeckt hat sie das kleine Prosawerk bezeichnenderweise erst als sie sich im vergangenen Jahr wie die halbe Welt im Corona-Lockdown befand und daheim ihre Habseligkeiten sortierte. Was ihren als Filmskript angelegten gut 100 Seiten umfassenden Prosatext zu einer Lektüreempfehlung macht, ist sicher auch der Bezug zu der Pandemiezeit, in der wir selbst seit geraumer Zeit feststecken. Aber auch ohne diesen Kontext weiß „Eine Seuche in der Stadt“ ohne weiteres zu überzeugen: Mit seinen schnell wechselnden, von Dialogen geprägten und dicht an den Figuren geführten Szenen entwickelt das von Ulitzkaja komponierte Szenario eine erstaunlich einnehmende Dynamik, die mit jeder weiteren Seite an Tempo und Spannung gewinnt und – und dies ist das wahrhaftig Bemerkenswerte dieses Texts –darüber hinaus ganz ‘nebenher‘ das Bild einer Gesellschaft nachzeichnet, die bereits derart vom allgegenwärtigen Stalinschen Terror paralysiert ist, dass all jene, die von den schwarzen Wagen des NKDW abgeholt werden, weil sie mit dem Erstinfizierten in Kontakt gekommen waren, ausnahmslos davon ausgehen, nun in eins der berüchtigten Folterkeller verschleppt zu werden. Dabei ist es makabererweise in diesem einen Fall tatsächlich einmal die Erhaltung von Leben, die den Geheimdienst zur ‘Nachverfolgung‘ im Volke antreibt …

Gute Lektüre für einen grauen Winternachnachmittag.

Ljudmila Ulitzkajar:
„Eine Seuche in der Stadt“
Carl Hanser Verlag
110 Seiten (geb.)

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8. März 2021 | Allgemein

Lesestoff für die Dunkelzeit

Von Stadtmagazin 07

Mit dem neuerlichen bundesweiten Lockdown ist der Zugang zu kulturellen Angeboten außerhalb der eigenen vier Wände erneut empfindlich eingeschränkt worden – ein Umstand, der das Buch noch mehr als sonst in der dunklen Jahreszeit zu einer willkommenen Alternative werden lässt. Bei der Qual der Wahl der passenden Lektüre stehen wir natürlich gern hilfreich zur Seite — mit Büchertipps zu aktuellen Neuerscheinungen. Heute:

Robert Moor: »Wo wir gehen«

Wege und Einsichten

Die Appalachen im Osten der Vereinigten Staaten zählen neben den Rocky Mountains zu den bekanntesten Gebirgssystemen Nordamerikas. Wie viele andere Gebirgszüge verfügt natürlich auch die insgesamt 14 Bundesstaaten durchmessende, größtenteils bewaldete Mittelgebirgsregion über einen Fernwanderweg – der in seiner Gesamtlänge allerdings so ziemlich alles sprengt, was wir hierzulande an Wanderpfaden zwischen Erzgebirge und Thüringer Wald, Eifel, Schwarzwald und Alpen kennen: Gut 3.500 Kilometer abseits der Zivilisation müssen all diejenigen meistern, die sich auf den langen, langen ‘Appalachian Trail‘ begeben. Und das sind viele. Mehr als 1.500 Entschlossene schnüren jeden Frühling die Wanderschuhe, um die Fünfmonatstour bis zum Ende des Sommers zu bewältigen.

Auch Robert Moor, US-amerikanischer Autor und Journalist mit einem bereits in Kindheitstagen geschulten Faible fürs Wandern, war von der Idee angefixt, sich dieser Herausforderung zu stellen. Nicht ahnend, dass er sich ausgerechnet eines der kühlsten Jahre des Jahrzehnts für sein großes Abenteuer ausgesucht hatte, begab er sich an einem kalten Märztag im Jahr 2009 an den Startpunkt in Georgia – um in der Folge, wie er es formuliert, „fünf Monate auf Schlamm“ zu starren. Trotz fortschreitender Jahreszeit blieb es beständig kühl und gleichermaßen anhaltend regnerisch. Ausreichend Gelegenheit also für den Wanderer, sich gänzlich unabgelenkt von der wolkenverhangenen Umgebung in geradezu kontemplativer Weise einzig und allein auf den Pfad vor seinen Füßen zu konzentrieren – und sich einer scheinbar trivialen, aber dann doch nicht so leichthin zu beantwortenden, vielmehr reichlich Folgefragen aufwerfenden Fragestellung zu widmen: Warum gibt es diesen Pfad, dem er da folgt? Warum gibt es überhaupt Pfade? Woher kommen sie? Warum folgen wir ihnen? Warum überdauern die einen lange Zeitspannen während andere sich verändern oder gar wieder verschwinden? Und wieso finden selbst die vermeintlich schlichtesten Tiere ohne Weiteres des effizientesten Weg, erweisen sich zahlreiche Säugetierarten von Natur aus als versierte Wegebauer, wohingegen der Mensch sich in unbekanntem Terrain häufig völlig disproportional zu seiner vermeintlichen hohen Intelligenz verhält?

Die Evolutionsgeschichte der Wege

Robert Moor bewanderte nicht nur den Appalachian Trail bis zu seinem Endpunkt, sondern streifte, getrieben von diesem Strauß an Fragen, hiernach über sieben Jahre lang kreuz und quer um den Globus, um auf vielfach begangenen Wegen ebenso wie auch auf Pfaden, die sich dem Einblick zu verbergen scheinen, Antworten auf seine Fragen zu finden. Eingang gefunden haben die dort gesammelten, mit wissenschaftlichen Einsichten unterfütterten Erkenntnisse in dem 2016 unter dem Originaltitel „On Trails. An Exploration“ veröffentlichten, mittlerweile mit zahlreichen Preisen überhäuften und nun auch auf Deutsch erhältlichen Buch „Wo wir gehen“. Insgesamt ein halbes Dutzend Reportagen in sehr zugänglich verfasster Essayform laden hierin zu einer Entdeckungstour der besonderen Art ein: der Evolutionsgeschichte der Wege.

Erste Station: Das Präkambrium. Anhand von Fossilien versucht Moor zu ergründen, warum Tiere in der Erdfrühzeit sich überhaupt zu bewegen begannen, was durchaus erstaunliche Erkenntnisse hervorbringt. In den nachfolgenden Kapiteln befasster der Autor sich unter anderem damit, wie Insektenkolonien per Schwarmintelligenz Wegenetze erstellen, widmet sich mit dem Orientierungsverhalten vierbeiniger Säugetiere, die sich in ihren mitunter extrem weitläufigen problemlos zurechtfinden und landet schließlich beim Menschen der grauen Vorzeit, der einmal sesshaft geworden, damit begann, seine Umgebung mit Pfaden zu durchsetzen, was wiederum unmittelbare Auswirkung auf die Entwicklung der menschlichen Kultur hatte. Moor ist mit „Wo wir gehen“ ein an Einsichten und Weisheit reiches Buch gelungen, in dem so etwas Schlichtes wie ein Pfad, ein einfacher Weg zu einem zentralen Faktor des Lebens überhaupt erwächst. Dem zum anekdotenhaften Erzählen neigenden Autor auf diesen Wegen zu folgen, erweist sich dabei eine überraschend durchweg spannende, alles andere als eine staubig-langweilige Angelegenheit, die natürlich auch davon getragen wird, dass Moor egal, ob er gerade alten Indianerpfaden nachspürt, widerborstige Schafe hütet, sich mit Fragen von Wissenschafts- und Erkenntnistheorie beschäftigt, Sagen und Mythen ausgräbt oder Elefanten in ihrem Wegeverhalten beobachtet, angenehmerweise doch stets seinen Haupterzählfaden bzw. -pfad im Blick behält. „Wo wir gehen“ lässt einen erkennen, lernen, reflektieren und eigenen Lebenswegen nachschwelgen. Und braucht dabei der Weisheit letzten Schluss zu guter Letzt auch gar nicht mehr plakativ herausstellen: Den eigenen Weg – den muss ein jeder von uns dann doch stets selbst für sich finden …

Robert Moor
„Wo wir gehen. Unsere Wege durch die Welt“
Insel Verlag Berlin
414 Seiten (geb.)

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