31. Oktober 2013 | Gedruckte Ausgabe

Neues Magazin: jetzt erhältlich!

Von Stadtmagazin 07


Die neue Ausgabe 51: November 2013 unseres Magazins finden Sie kostenlos an den gewohnten Auslagestellen und im Abo.

Viel Spaß beim Lesen!

Sie können diese auch in unserem Downloadbereich als PDF herunterladen.

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25. Oktober 2013 | Bühne

„Schuld und Sühne“ nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

Von Stadtmagazin 07


Premiere DNT Weimar am 31.10.2013 // 19.30 Uhr im Großen Haus
Bühnenfassung von Thomas Dannemann und Beate Seidel

„… daß die Macht nur dem zuteil wird, der es wagt, sich zu bücken und sie aufzuheben. Nur auf eines kommt es an, nur auf eines: wagen muß man!“ Weltekel quält den Studenten Raskolnikow, der am Rande der Gesellschaft gestrandet ist: Wie kann man in einer Welt existieren, in der alles, was schön und gut ist, alle großen Gefühle im Alltagsschlamm versinken? Und hat derjenige, der diesen deprimierenden Zustand beenden möchte, der sich selbst, aber auch die Menschheit retten will, nicht das Recht, moralische Grenzen ohne Skrupel zu übertreten?

Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen wagt Raskolnikow einen Selbstversuch: Er be¬schließt, die Pfandleiherin Aljona Iwanowna umzubringen, sich ihr Geld anzueignen, um dann …? Seine Familie, sich selbst zu retten, ein anderes, besseres Leben zu führen?

Ohne diesen letzten Gedanken zu Ende zu denken, plant er die Tat. Wie in Trance erschlägt er die Alte mit einer Axt und muss auch noch, um unerkannt den Ort seines Verbrechens verlassen zu können, ihre Schwester Lisaweta töten. Aber sein Selbstversuch missglückt: Die ersehnte Befreiung nach der Tat bleibt aus, stattdessen lastet ein Mord auf ihm. Nur noch bei der Prosti¬tuierten Sonja (aussätzig wie er selbst) kann er Zuflucht suchen. Da tritt der Untersuchungsrichter Porfirij auf den Plan, der sehr schnell in Raskolnikow den Doppelmörder erkennt. Ein Duell beginnt, in dem Raskolnikows Ideologie des besonderen Rechts des außergewöhnlichen Einzelnen auf dem Prüfstein liegt.

Dostojewskis Raskolnikow ist der Hamlet des 19. Jahrhunderts. Dessen Frage nach dem Recht zur Tat findet sich in »Schuld und Sühne« wieder. Und sie beschäftigt uns bis heute: Wann wird aus einem tabubrechenden Helden ein simpler Verbrecher?

Thomas Dannemann, Schauspieler des Jahres 2004 in der Umfrage von theater heute, arbeitet seit mehreren Jahren als Regisseur und inszenierte u.a. in Stuttgart, Köln, Hannover und München.

Deutsches Nationaltheater Weimar, Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Karten: 03643 / 755 334
www.nationaltheater-weimar.de

Autor: Rebekka Mönch
Foto: Kerstin Schomburg

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23. Oktober 2013 | Freizeit, Kultur

Iberoamerikanisches Kulturfestival „Cinco Sentidos“ 2013

Von Stadtmagazin 07


Bereits seit 13 Jahren veranstaltet der Iberoamerica-Verein Jena ein jährliches Kulturfestival. Auch in diesem Jahr erwartet die Gäste ein unterhaltsames und informatives Programm.

Ende Oktober startet das Kulturfestival „Cinco Sentidos“, um ganze fünf Wochen allen Freunden und Interessierten Lateinamerikas den Kontinent in seinen kulturellen Facetten vorzustellen. „Cinco Sentidos“ heißt übersetzt „Die fünf Sinne“ und so teilt sich das Programm in fünf verschiedene Blöcke: Kino, Tagungen, Workshops, Tanz und Musik sowie ein Programm speziell für Kinder und Familien.

Der Festivalstart beginnt gleich furios: am 28.10. wird in Jena Karneval gefeiert! Eine bunte Parade trommelt sich ihren Weg durch die Wagnergasse und die Johannisstraße, um schließlich auf dem Markt vom ehrwürdigen Hanfried empfangen zu werden. Vor dem Denkmal des Universitätsgründers werden anschließend noch einige lateinamerikanische Tänze aufgeführt und traditionelle Kostüme und Masken präsentiert.

Apropos Masken: diese spielen in der Kultur Lateinamerikas eine wichtige Rolle. Und so wird in diesem Jahr ein Maskenworkshop angeboten, um die Technik der Herstellung zumindest einmal näher zu erfahren. Speziell die Kunst zur Fertigung der Masken aus Venezuela wird am 29. und 30.11. in der Künstlerischen Abendschule in der Sophienstraße vorgestellt – und natürlich darf man sich auch selbst an der Herstellung versuchen.

Sowohl im Schillerhof als auch im Café Wagner findet die diesjährige Kinoreihe anlässlich des Festivals statt. Als besonderes Highlight sei hier der 28.11. erwähnt: der Film „Insurgentes“ wird an diesem Tag im Schillerhof gezeigt. Neben einer musikalischen Einführung hat sich auch die bolivianische Botschafterin zu diesem Termin angekündigt. Sie steht nach dem Film in einer Diskussionsrunde allen Besuchern Rede und Antwort.

Doch auch die zahlreichen anderen Kinotermine warten mit verlockenden Angeboten auf: ein Kinobrunch wird am 24.11. stattfinden und Regisseur Carlos Fung aus Venezuela stellt am 07.11. seinen Film „Los diarios de Bucaramanga“ persönlich vor.

Ebenso können zwei Konzerte während des Festivals besucht werden: am 16.11. spielen Meniak, Dreadvibes, La Maga und weitere Bands im Café Wagner. Hier darf ausdrücklich viel getanzt und gefeiert werden! Am 23.11. findet die kurze Konzertreihe ihre Fortsetzung im Kassablanca. Dort wird der Musik von „La Mula Santa“, „Trío“ sowie „Galaxis“ gelauscht und der „IberoTanz Gruppe“ – der Tanzgruppe des veranstaltenden Iberoamerica-Vereins – bei ihren Darbietungen zugesehen.

Doch neben der ganzen Feierei haben auch wichtige politische Themen während des Festivals ihren Platz. Am 09.11. wird die Tagung zum Thema „Partizipation von Migrant/-innen und Nicht-Migrant/-innen an der Entwicklungspolitik in der Region Ostthüringen“ durchgeführt. Wer daran teilnehmen möchte, meldet sich bitte unter seminare@iberoamerica-jena.de an.

Zu guter Letzt seien auch noch die Kochworkshops im Polaris in der Camburger Straße empfohlen. Am 18.11. wird der mexikanische und am 25.11. der brasilianische Kochlöffel geschwungen – denn auch Essen ist Kultur!

Weitere Infos sowie alle Termine und Veranstaltungsorte sind zu finden unter: www.iberoamerica-jena.de.

Text: Michael Stocker
Bild: Cinco Sentidos

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1. Oktober 2013 | Allgemein

Spielerisch die dunkle Jahreszeit meistern

Von Stadtmagazin 07


Auch wenn man nach wie vor dem einen oder anderen kurzbehost begegnet, lässt es sich und kaum noch leugnen: Der Herbst ist da. Mitunter gerade einmal zweistellige Tagestemperaturen, Frühnebel und eine schon längst nicht mehr heiße Mittagssonne, die sich in zunehmendem Maße jeden Tag ein wenig früher hinter dem Horizont zurückzieht, verkünden dies nur allzu deutlich. Mehr Dunkelheit, mehr Kälte – für viele unter uns zwei gute Gründe, in den kommenden Monaten mehr Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen und die Nähe zu Ofen oder Heizkörper zu suchen. Passende Beschäftigungsmöglichkeiten sind dann natürlich stets sehr gefragt. Manch einer macht sich daran, bergeweise Bücher zu ’verschlingen’, für die im Sommer Zeit und Muße fehlten, manch einer hat sich vorsorglich mit Filmen und Fernsehserien eingedeckt, die in scheinbar ewiger Fortsetzung den Winter unterhaltsam verkürzen sollen, manch einer strickt, manch einer bäckt, manch einer bastelt, manch einer beschränkt sich einfach darauf ausgiebig zu schlafen.

Was überdies stets für großartige Kurzweil sorgt ist, dem eigenen Spieltrieb Futter zuzuwerfen. Wer Freude an Gesellschaftsspielen und ausreichend Freunde vorweisen kann, dem dürfte die Drinnenbleib-Jahreszeit wohl nur wenig Unbehagen bereiten – allzumal die Bandbreite der existierenden Spielmöglichkeiten mittlerweile tatsächlich so umfangreich und stetig weiter am Wachsen ist, dass für Langeweile in der Tat kaum Platz bleiben dürfte. Man denke da nur an das vor kurzem zum ’Spiel des Jahres 2013’ ausgelobte „Hanabi“ – ein wahrlich ungewöhnlich kooperatives und kommunikatives Kartenspiel oder das unlängst erschienene Computerspiel „Grand Theft Auto V“, das sich innerhalb weniger Tage eine millionenfachen Anhängerschaft sicher sein konnte. Es ist – welch Wunder – natürlich insbesondere das Internet, das sich in den letzten Jahren zu einem der ’Spieleorte’ überhaupt gemausert hat. Egal, ob Geschicklichkeits-, Denk-, Rollen- oder Actionspiel, mit Mitspielern oder allein, kostenfrei oder mit verbindlichem Geldeinsatz, es gibt kaum einen Ort, an dem der eigenen Spieltrieb auf so vielfältige Weise befriedigt werden kann (siehe z.B. www.spielautomaten.info).

Spätestens wenn der nächste Frühling vor der Tür steht, sollte man sich allerdings daran erinnern, wie es war, dieses Draußen-sein und dann doch den eigenen vier Wänden wieder öfter den Rücken zukehren – bis zum nächsten Herbst und Winter.

Autor: Florian Berthold
Foto: Fotolia© Igor S.

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