31. Mai 2013 | Musik

Zwischen Pathos und Perfektion

Von Stadtmagazin 07

Oft sind es die kleinen Bands, die für die eindrücklichsten Konzerterlebnisse sorgen. Mit derartigem Potenzial versehen kommen auch Fenster am heutigen Freitag nach Jena.


Fenster sind gewachsen: Im vergangenen Jahr noch zu dritt unterwegs, hilft ihnen Tadklimp – Produzent ihres Debüts “Bones”, das vielerorts für Aufsehen sorgte – nun, auf Tour zum Quartett zu werden. Darüber hinaus steht nicht zu befürchten, dass sich grundlegend etwas ändern wird – das heißt, abgesehen von einem weiteren Bass, noch einem Keyboard und den zunehmend schrumpfenden Platzverhältnissen auf der Bühne. Es wird weiterhin dieses gleichermaßen verspielte wie zerbrechliche Tête-à-Tête zwischen Sängerin JJ und Sänger Jonathan bestehen bleiben, das für charmante Harmonien sorgt. Dazu ein mysteriöses Glockenspiel, das nach und nach sein Geheimnis preisgibt und nicht zu vergesse: das druckvolle, auf den Punkt gespielte Schlagzeug, das eingehend den Rhythmus vorgibt und das Geschehen auf der Bühne antreibt.

Ach ja, eines noch hat sich natürlich auch nicht geändert: Fenster live zu erleben ist einfach lohnenswert. Punkt.

Fenster
Freitag 31.05.13, Theatercafé Jena, Beginn 21 Uhr

Text: Stefan Haake
Foto: Maxime Ballesteros

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25. Mai 2013 | Allgemein

Welchen Monat haben wir nochmal?

Von Stadtmagazin 07


Unfassbar…

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22. Mai 2013 | Bühne

„Herzog Blaubarts Burg“ Premiere am DNT Weimar, am 24.5.2013 / 20.00 Uhr im Foyer III

Von Stadtmagazin 07


Mythos Blaubart. Verführer, Frauenmörder. Ein Psychopath, dem die Frauen bereitwillig folgen, die ihn lieben, ihn begehren und die er mordet. Die Legende von Blaubart ist alt. Dichterisch verarbeitet sie erstmals Charles Perrault in seiner 1697 veröffentlichten Sammlung von Volksmärchen Contes du temps passé, ou contes de ma Mère l´Oie (Erzählungen aus vergangener Zeit oder Erzählungen meiner Mutter Gans). Neben weiteren Märchenfassungen u.a. von Ludwig Bechstein und Ernst Heinrich Meier legt Maurice Maeterlinck die prominenteste Stoffbearbeitung mit seinem Drama Ariane et Barbe-Bleue von 1901 vor. Es dient als Grundlage für Paul Dukas´ gleichnamige Oper und inspiriert Béla Balász zu seinem Libretto von Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg. Trotz der verschiedenen Fassungen bleibt der Kern der Erzählung immer gleich: Der reiche, geheimnisvolle Blaubart führt nach der Heirat seine junge Frau erstmals auf sein düsteres Schloss, dessen Geheimnis sich hinter sieben verriegelten Kammern verbirgt. Entgegen der Warnung, sie zu öffnen, entdeckt die junge Braut neben prächtigen Reichtümern und Waffen die niedergemordeten früheren Frauen von Blaubart. Damit ist auch ihr Schicksal besiegelt: Sie muss sterben.

In Herzog Blaubarts Burg sucht Bartók nach einer neuen Klangsprache, die das Mysteriöse und Symbolhafte der sieben Kammern widerspiegelt. Er vereint darin klangsinnlich und tonmalerisch imposant impressionistische mit volksliedhaften Elementen. Für den jungen Regisseur Valentin Schwarz ist Bartóks 1918 uraufgeführte einzige Oper Ausgangspunkt für die Erkundung des Falles „Blaubart“ als mögliches Psychogramm eines Mörders: Warum mordet Blaubart? Und kann ihn die Selbstaufopferung einer Frau tatsächlich erlösen?

Valentin Schwarz ist am DNT Weimar als Regieassistent und Abendspielleiter engagiert. Hier inszenierte er bereits eine eindrucksvolle einaktige Fassung von Bizets Carmen und wirkte als Co-Regisseur von Operndirektor Karsten Wiegand an Arabella und Hänsel und Gretel mit.

Weitere Informationen unter:
www.nationaltheater-weimar.de
www.nationaltheaterblog.de

Text: Rebekka Mönch
Foto: DNT Weimar

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17. Mai 2013 | Allgemein, Heimatkunde, Jena, Kultur

Das beste Porträt unserer Stadt

Von Stadtmagazin 07

Das Jena Buch ISBN Nr. 978-3-00-041653-8 Nancy Droese Florian Görmar

Jena mag zwar eine überschaubare Größe aufweisen, ist jedoch eine Stadt, die sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt. Die beiden Autoren Nancy Droese und Florian Görmar haben sich daran gemacht, dieser Vielseitigkeit gerecht zu werden und das Gesicht der Stadt zwischen zwei Buchdeckeln festzuhalten – mit dem Jena Buch.

Während Jenaer und Jenenser bekanntlich nicht selten ins Schwärmen kommen, wenn sie Außenstehenden von ihrer Stadt erzählen, erschließt sich für den Besucher und Neuankömmling der Charme Jenas nicht unbedingt auf den ersten Blick: Hochhausburgen entlang des Stadtgürtels, ein architektonischer Flickenteppich in der Innenstadt und an jeder zweiten Ecke buddeln sich Bagger durch den Asphalt.

Dabei war Jena schon mehrfach ein Ort, der Geschichte schrieb. Die ursprünglich kleine Weinbauernstadt beherbergte Dichter und Denker wie Goethe, Schiller, Fichte und Hegel, geriet zum Kriegsschauplatz zwischen napoleonischen und preußischen Truppen. Sie gelangte mit optischen Geräten von Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott zu Weltruf, wurde mit modernen Pädagogen, Architekten und Verlegern zur Kulturstadt und sollte schließlich, nach verheerender Zerstörung im 2. Weltkrieg, zum sozialistischen Vorzeigemodell ausgebaut werden.

Von dieser Geschichte, aber vor allem von den Geschichten hinter den Gebäuden, Denkmälern und Plätzen erzählt das Jena Buch. Es hilft, eine Stadt zu entdecken, die ganz offensichtlich in keine Schublade passt.

Eine Rundum-Betrachtung Jenas
Dabei bietet das Buch erst einmal eine Grundlage fürs Erkunden: gibt praktische Informationen vom Apothekendienst bis zum Zeitungsangebot, verschafft Tipps zu Kultur, Übernachten und Einkaufen, um dann zur Natur und den Möglichkeiten, sich in dieser zu betätigen, zu kommen. Natürlich wird auch der örtliche Fußballclub mit einer Doppelseite gebührend gewürdigt.

Jenas historische Spuren füllen dann den zweiten Teil des Reiseführers. Und diese führen tatsächlich durch die Geschichte: wie beispielsweise zum Karzer des Collegium Jense – der Einblicke in das Studentenleben zu Beginn des 19. Jahrhunderts gibt, das Accouchierhaus – welches von Goethes Rolle in einem Prozess um eine Kindsmörderin erzählt oder das Planetarium – von dem man erfährt, dass es beinahe nicht entstanden wäre.


Neben zahlreichen Anekdoten bereichern schließlich noch historische und aktuelle Bilder sowie ein ausklappbarer Stadtplan das Jena Buch.

Erhältlich ist das Jena Buch
im deutschen Buchhandel
per Mail beim Stadtmagazin07 info@stadtmagazin07.de
oder bei Amazon.

Das Jena Buch
Nancy Droese / Florian Görmar
Florian Görmar Verlag, 238 Seiten (Paperback), 17,95 EUR
ISBN Nr. 978-3-00-041653-8
www.jenabuch.de

Text: Florian Berthold
Bilder: Stadtmagazin07

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17. Mai 2013 | Freizeit

CLIP CLAP CLUB – deine neue Indie Party

Von Stadtmagazin 07


Die neue Indie Party im Kassablanca mit einem Special Live Act – diesmal mit WRONGKONG.

www.facebook.com/events/591879707498152

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7. Mai 2013 | Interview

Mit sportfreundlichsten Grüßen…

Von Stadtmagazin 07

Die Sportfreunde Stiller sind wieder da, und das mit einer neuen Platte im Gepäck, die den Namen „New York, Rio, Rosenheim“ trägt. Am 22. April waren sie zu Gast in Jena und spielten im ausverkauften F-Haus vor euphorischem Publikum, welches sich sowohl an älteren Hits als auch an brandneuen Songs erfreuen durfte. Vor dem Konzert hatte Stadtmagazin07 die Möglichkeit, mit Bassist Rüdiger „Rüde“ Linhof über die Zeit der Pause und ihr jetziges Album zu sprechen.


Die Sportfreunde Stiller: Peter, Rüde, Florian

Nach sechs Jahren ohne Veröffentlichung bringt ihr nun Ende Mai euer neues Album „New York, Rio, Rosenheim“ heraus. Wie fühlt es sich an, wieder mit ganz neuen Songs im Gepäck aufzutreten?
Rüdiger Linhof: Für uns hat es sich gar nicht so angefühlt, als hätten wir sechs Jahre Pause gemacht. 2009 haben wir ja das „MTV Unplugged“-Album herausgebracht, in dem sehr viel Arbeit steckte. Im Anschluss daran waren wir auch noch ziemlich viel auf Tour. Außerdem hat jeder von uns eine Menge anderer Sachen gemacht. Flo z.B. hat ein Buch geschrieben. Ich habe eine Platte mit „Fiva Mc und dem Phantomorchester“ aufgenommen. 2011 war dann das erste Mal ein Jahr Pause. Jetzt fühlt es sich super an, wir sind wahnsinnig happy mit der Platte. Wir hatten einen guten Lauf beim Liederschreiben und freuen uns total auf die Konzerte im Sommer. Aber auch die kleinen Konzerte momentan sind total toll. Wir spielen ca. 6 bis 7 neue Lieder, die super ins Set reinpassen und sehr viel Spaß machen.

Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet?
Rüde: Das erste Mal haben wir Lieder im Oktober 2011 vorgestellt, von denen haben wir aber wieder ziemlich viele verworfen. Im Februar 2012 ging es dann richtig los – inspiriert auf einer Hütte in den Bergen, mit direktem Zugang zur Skipiste.

Das klingt idyllisch. Wer schreibt denn bei euch die Texte?
Rüde: Jeder liefert, aber zu unterschiedlichen Anteilen. Jeder äußert sich, muss Vorschläge bringen oder Alternativen nennen. Auch wenn die Alternative erstmal nur eine schlecht formulierte Idee ist, kann sie einen auf neue Wege bringen. Bei manchen Liedern stand der Text bereits komplett, z.B. bei „Festungen und Burgen“. Bei anderen Liedern wie „Hymne auf dich“, entwickelte er sich über Ideen von jedem Einzelnen, sodass der Text zum Schluss von allen dreien kam.

Du erwähntest bereits eure unterschiedlichen Projekte, die ihr neben den Sportfreunden Stiller hattet bzw. habt: Flo als Mitglied der Band „Harmful“ und Autor zweier Bücher, Du als Teil des „Phantomorchesters“ und Peter als Teil der Band „TipTop“. Gab es jemals die Angst oder den Gedanken, dass es mit den Sportfreunden Stiller mal nicht weitergehen könnte?
Rüde: Es gab schon eine Zeit, in der wir nicht wussten, wie wir anfangen sollten. Es standen viele Fragen im Raum, sodass wir beschlossen, uns alle mal eine Zeit lang in Ruhe zu lassen und zu sehen, was passiert. Das war auch cool, denn so hatte jeder die Möglichkeit, auf sich selbst zu schauen. Nach diesem Jahr haben wir uns dann alle wieder neu gefunden.

Wie seid ihr auf den Albumtitel „New York, Rio, Rosenheim“ gekommen?
Rüde: Zunächst hatten wir ungefähr 196 total miese Alternativen. (lacht) Dann kam aber doch so ein Lied um die Ecke, das uns echt gut gefiel: „New York, Rio, Rosenheim“. Wir dachten, dass es ein gutes Titellied ist, weil uns der Inhalt so gut gefällt. Es behandelt Angstthemen in der Gesellschaft: Egal, ob Finanzkrise oder Europakrise… man hat nur noch das Gefühl, dass es übermorgen vorbei ist – mir geht das zumindest so, wenn ich die Nachrichten sehe. Das Lied fordert dazu auf, dass sich die Leute, die ein Strahlen und eine positive Haltung in ihrem Leben haben, lauter zu Wort melden sollten – von New York über Rio bis nach Rosenheim.

Wie würdest Du euer neues Album beschreiben? Unterscheidet es sich in bestimmten Punkten von euren vorherigen Alben oder ist es eine Platte mit typischem Sportfreunde Stiller-Charakter?
Rüde: Ich glaube schon, dass es irgendwo typisch ist, aber dennoch sowohl textlich als auch musikalisch eine größere Bandbreite aufweist. Es geht wieder weg vom Unplugged und hin zum Dynamischen, so wie früher. Textlich reicht es vom totalen Feierlied („Unter unten“) bis hin zu „Festungen und Burgen“, wo es um das Thema Schmerz geht und darum, wie schwer es ist, über Verletzungen zu sprechen. Das sind wichtige Pole, in denen wir uns auch wiederfinden: als Typen, die einerseits durchaus ernst und klar durchs Leben gehen, andererseits sehr gerne feiern und das Leben wahnsinnig genießen.

Woher habt ihr die Inspirationen für die Texte genommen?
Rüde: Das meiste sind Beobachtungen, Dinge, von denen man liest, die man selber erlebt hat oder die einem Freunde erzählen. Ganz viele Texte haben eine persönliche Struktur wie z.B. „Hymne auf dich“. Dieser Text erzählt davon, dass man so viel Zeit damit verbringt, mit sich zu hadern, anstatt auch mal zu sagen, dass es total cool ist, was man da gerade macht. Es ist so nervig – man schaut immer auf das, was einem fehlt und feiert zu wenig das, was man hat.

Ist das auch etwas, woraus ihr als Band Kraft schöpft – zurückzublicken und euch auch mal gelegentlich auf die Schulter zu klopfen?
Rüde: Vielleicht ist es in dem Lied nicht unmittelbar auf die Band bezogen, sondern eher auf das Persönliche. Das kann sich auf alles beziehen, was man so macht. Aber klar bin ich auch stolz auf die Band. Wenn ich zurückschaue – uns gibt es seit mittlerweile 17 Jahren – dann finde ich es toll, dass ich so frei meine Ideen ausleben und mit so einer lustigen Truppe unterwegs sein kann. Aber eigentlich ist es eher eine Herzensangelegenheit – sich auch mal zuzugestehen, dass es cool ist, was man macht und wenn man das nicht so sieht, dann sollte man etwas anderes machen.

Hast Du einen Lieblingssong auf dem neuen Album?
Rüde: Ja, und zwar „Wunder fragen nicht“. Ich mag ihn, weil er so schön abgehoben und unbestimmt ist. (singt) „Das ist so eine Sache mit den Wundern, erst kommen sie nicht, dann überfallen sie dich, du brauchst dich nicht zu wundern, Wunder fragen nicht.“ Es ist ziemlich schwer zu beschreiben, wie es ist, von einer Schönheit oder Überraschung überwältigt zu werden. Das kann etwas ganz Stilles sein – auf der Wiese liegend in den Sternenhimmel zu schauen – dennoch ist es etwas Wundervolles. Ich fand es so schön, ein Lied über genau dies unbestimmt Schöne zu schreiben.

Bei dem Song „Es muss was wunderbares sein (von mir geliebt zu werden)“ wechselt Flo vom Schlagzeuger zum Frontmann. Wird man Flo auch in Zukunft häufiger singen hören?
Rüde: Ja, Flo muss nach vorne, der ist so ne miese Rampensau. (lacht) Es ist super gewesen auf den Festivals, als er vorne gespielt hat. Bei dem Lied geht es um einen seltsamen Charakter, der völlig eitel und von sich überzeugt eine Frau aufreißen will. Er nimmt sie dann mit heim, in der zweiten Strophe lässt dann jedoch die Frau die Sau raus, dreht den Spieß also um, was eine große Überraschung für diese Person wird.

Ein weiterer Song eures neuen Albums trägt den Namen „Wieder kein Hit“. Verarbeitet ihr darin den Druck, als erfolgreiche und in den Medien präsente Band ständig neue Hits schreiben zu müssen?
Rüde: Nein, eigentlich hat es nichts mit dem Druck des Liederschreibens zu tun, sondern mit den Pflichten, bestimmte Dinge erledigen zu müssen. Bei uns ist es vielleicht das Liederschreiben, aber Hits zu schreiben, kann man sich eh nicht vornehmen. Dieser Refrain steht mehr stellvertretend für den Gedanken, wie schön es ist, eine Pflicht auch mal sausen zu lassen. Es sich einfach mal gemütlich zu machen und auf alles zu scheißen, was von einem erwartet wird. Ein Song mit Hippie-Charakter also… (lacht)

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Marlen Schernbeck

Bildrechte: Agentur

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2. Mai 2013 | Gedruckte Ausgabe

Neues Magazin: jetzt erhältlich!

Von Stadtmagazin 07


Die neue Ausgabe 46: Mai 2013 unseres Magazins finden Sie kostenlos an den gewohnten Auslagestellen und im Abo.

Viel Spaß beim Lesen!

Sie können diese auch in unserem Downloadbereich als PDF herunterladen.

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