28. Juni 2011 | Bühne

Reicht es nicht zu sagen ich will leben.

Von Stadtmagazin 07


Samstags 02.07.11 und 09.07.11 / e-werk Weimar, Maschinensaal 

Stückentwicklung von Claudia Grehn und Darja Stocker
Eine Koproduktion von DNT Weimar / e-werk und Centraltheater Leipzig / Skala

Zwei Städte, zwei Theater, zwei Autorinnen. In einer Stückentwicklung haben sich das DNT Weimar und das Centraltheater Leipzig auf die Suche begeben nach Geschichte(n) von Menschen beider Städte, nach deutschen Zuständen des Hier und Heute und der Vergangenheit begeben. Basierend auf Gesprächen der Autorinnen Claudia Grehn und Darja Stocker mit Menschen aus Weimar und Leipzig kristallisierten sich Figuren und Schicksale heraus, die Eingang in ihren dramatischen Text fanden. Entstanden ist ein Kaleidoskop unterschiedlichster Biographien, Geschichten und Lebensentwürfe, stets verbunden mit der Frage nach möglichen Wegen der Verweigerung und des Aufbegehrens gegen die Mainstream-Gesellschaft. Geschichten von Menschen so wie Brietz, Anfang 60, Wirtschaftsanwalt, der aus der Bahn geschleudert wurde, als er nicht bereit war, das selbstverständliche Unrecht zu akzeptieren, und nun aus dem Obdachlosenheim einen Prozess gegen die „filigrane Kriminalität“ des Systems führt. Wie Annette, die sich nicht einrichten kann im Zynismus ihrer Mitschülerinnen mit ihren geordneten Lebensläufen inmitten einer zerfallenden Welt; oder Vera, die ihre berufliche Karriere als Dozentin an der Uni unterbricht, um sich gegen den Angriff auf die Grundrechte von Migranten zur Wehr zu setzen. Diesen und weiteren Figuren wird der Zuschauer begegnen und Geschichten erfahren, die von Anpassung und Widerstand, Resignation und Aufbruch, stiller Verweigerung und offener Rebellion handeln. 


Nora Schlocker wird sich mit dieser Arbeit als Hausregisseurin des DNT vom Weimarer Publikum verabschieden und nach ihrer Inszenierung von Sartres Schmutzigen Händen einmal mehr Formen von Auflehnung, Protest und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Liebe ausloten.  

Claudia Grehn, geboren 1982 in Wiesbaden, studiert seit 2005 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2007 wurde ihr für Heimlich bestialisch der Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker verliehen, 2010 erhielt sie den Förderpreis für neue Dramatik des Theatertreffen Stückemarktes für ihr Stück Ernte.

Darja Stocker, geboren 1983 in Zürich und ebenfalls Studentin des Szenischen Schreibens an der UdK Berlin, bekam für Nachtblind 2005 den Ersten Preis der Heidelberger Stückemarktes verliehen und wurde zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. 2008 inszenierte Armin Petras die Uraufführung von Zornig geboren bei den Ruhrfestspielen.

Autor: Florian Berthold
Foto: Anke Neugebauer

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27. Juni 2011 | Musik

FAT Sommerfest

Von Stadtmagazin 07

Yeah, am Samstag, den 9. Juli ruft das Freude am Tanzen Sommerfest! Statt sich an erprobten Soundformeln abzuarbeiten, entdecken Hauke Freer und Matthias Reiling alias Session Victim seit einigen Jahren die Tiefe in ihren Tracks über ganz eigene Wege. Dabei geben sie auf ihre sample-basierte House Music gerne noch eine dicke Schippe bittersüssen Soul und markerschütternden Funk obendrauf. Die beiden Samplewizards aus Hamburg und Berlin reißen damit nicht nur Genregrenzen ein, sondern zeigen auch, wie gutgelaunter House im Jahre 2011 funktioniert: Fragil und tief zugleich, so dicht wie elegant, mit Einflüssen von Jazz über Disco bis Hip Hop – ohne dabei jemals Gefahr zu laufen, in die gefürchtete Beliebigkeitsfalle zu tappen. Denn der Spaß an der Sache wird bei Session Victim groß geschrieben – ob beim Schrauben im Studio oder einem Live-Auftritt wie an diesem Abend bei uns im Kassablanca. Die Stunden davor und danach, bis tief in die frühen Morgenstunden, gestalten schließlich Taron-Trekka, deren Musik immer wieder die goldene Mitte zwischen Deep- und Ruffness trifft. Tanzschuhe eingepackt, das wird eine magische Nacht!

Text: Florian Görmar
Bild: toci

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26. Juni 2011 | Kultur, Lesung

Poetische Streifzüge um Tautenburg

Von Stadtmagazin 07


Vor über hundert Jahren lockte die nahe Dorndorf gelegene Gemeinde Tautenburg übers Jahr zahllose Feriengäste an, darunter auch einige heute sehr bekannte Literaten. Deren ’Tautenburg-Erzeugnisse’ widmet sich Martin Stiebert in einer Lesung am 2. Juli – natürlich vor Ort.

„Wie eine Moosrose auf frischem Grün lacht uns das Dörfchen Tautenburg entgegen“ heißt es in einem Reiseführer aus dem 19. Jahrhundert. Mit solch poetischen Worten wurde damals für die Sommerfrische Tautenburg geworben.

Das Dorf hatte ungefähr 300 Einwohner, Feriengäste waren es bis zu 900 im Jahr. Die Beliebtheit des verschwiegenen Ortes im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wird auch von einigen berühmten Gästen bezeugt: „Meine liebe Freundin, eine halbe Stunde abseits von der Dornburg, auf der Goethe seine Einsamkeit genoss, liegt inmitten schöner Wälder Tautenburg.“ So lockte der 38jährige Philosoph Friedrich Nietzsche die 21jährige Lou von Salomé in das Dörfchen und traf sich mit ihr zu weiten Spaziergängen und stundenlangen Gesprächen. Nietzsches hochgespannte Erwartungen an diese Begegnung erfüllten sich nicht, aber Lou von Salomé schrieb 12 Jahre später ein interessantes Buch: „Friedrich Nietzsche in seinen Werken“.

Auch andere Autoren führte der Zufall in das abgelegene Dorf. Und so werden Texte von Joachim Ringelnatz, Reinhard Johannes Sorge, Ricarda Huch, James Krüss und Klaus-Peter Hertzsch erklingen, die alle eine Bezug zu Tautenburg haben oder sogar dort entstanden sind.

Veranstaltet wird die Lesung von den evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden Jena und Tautenburg, der Galerie Huber & Treff und dem Lese-Zeichen e.V.

02.07.2011, 18 Uhr, Dorfkirche Tautenburg: “Wie eine Moosrose auf frischem Grün” – Poetische Streifzüge um Tautenburg. Lesung mit Martin Stiebert. Musikalische Begleitung: Ilga Herzog (Flöte) und Beate Friedrich (Orgel)

Text: Martin Stiebert
Bild: M. Eichardt

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22. Juni 2011 | Ausstellung

Biester in Jenas Kunstszene

Von Stadtmagazin 07


Die Galerie Kunsthof Jena e.V. lädt herzlich zur Ausstellung “Biester” des Künstlerlabels “typism” ein. Die Vernissage findet diesen Freitag, 20 Uhr statt.


Hinter dem Label verbirgt sich der Künstler Michael Schinköthe, dessen vielseitiges Werk neben eigenständigen Bildern auch Illustrationen, Typographien und Entwicklung von Brandings beinhaltet. Vom 24.06. bis zum 29.07. wird eine Auswahl seiner Werke mit einem ganzheitlichen Anspruch die Räume der Galerie einnehmen. Raumgreifend setzt sich der Künstler eigens für die Ausstellung über die Grenzen des Bildes hinweg. Das Prozessuale und Installative, das sich in den Wurzeln seiner Kunst, dem Graffiti wiederfindet, wird dem Betrachter auch in den Ausstellungsräumen begegnen.


Die Vernissage wird von der Jenaer Electonica-Formation “Klinke auf Cinch”, deren musikalische Neuerscheinung “Lentis” von “typism” grafisch gestaltet wurde, klanglich untermalt.

Wo?: Kunsthof Jena e. V., Ballhausgasse 3, 07743 Jena


Autor: Florian Berthold
Collage: Kunsthof Jena

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22. Juni 2011 | Freizeit, Jena, Kinder, Kultur, Sport

Mit Trommel und Drachenkraft

Von Maxi Gade


‘… volle Kraft voraus!’ tönt es dieses Wochenende über den Schleichersee

25.06.2011│11.-18.30 Uhr│Schleichersee│5. GODYO Kanu-Sprint Jena 2011

Bereits zum 5. Mal tragen die Kanuten des USV Jena e.V. mit Unterstützung der GODYO AG Jena den GODYO Kanu-Sprint auf dem Schleichersee in Jena aus. Am 25.06. werden sich am Strandschleicher Jenaer Drachenboot-Teams in rasanten Rennen messen. Hinter fantasiereichen Team-Namen wie “Drachentöter”, “Tube Riders”, “Helden des Lichts” oder “Flotte Kalotte” stehen namhafte Jenaer Firmen und Institutionen wie Jenapharm, Clondiag, IPHT und das Universitätsklinikum Jena. Von 11.00 bis 17.40 Uhr werden im 20-Minuten-Abstand je zwei Teams gegeneinander antreten.

Spannend wird, wie es sich für ein Wettrennen gehört, wer siegt: Zur Debatte steht, ob die letztjährigen Sieger vom Boot SCHOTT-Solar sich auch diesmal gegen das Rekord-Starterfeld von 14 Teams durchsetzen können oder ob sich ein neue Mannschaft in die Liste der Titelträger eintragen kann.

Sowohl während der Rennen als auch nach der Siegerehrung um 18.00 Uhr wird der Strandschleicher mit seinem Entspannungs- und Urlaubsflair Sportlern und Besuchern ideale Bedingungen für einen sportlichen Nachmittag bieten.

Parallel zu den Drachenbootrennen finden auf dem See von 13.00 bis 18.30 Uhr wieder Rennkajak-Rennen statt.

Angekündigt sind hochkarätige Jugend-, Junioren- und Leistungsklasse-Fahrer aus Leistungszentren wie Dresden und Potsdam. Langeweile wird also auch zwischen den Drachenbootrennen nicht aufkommen, wenn bis zu 6 Rennkajaks im Kajak Einer (K1), Zweier (K2) und Vierer (K4) gegeneinander antreten.

Die Kanuten des USV Jena e.V. bedanken sich bei den Drachenbootsportlern des Jenaer Kanu- und Rudervereins für die Unterstützung bei den Team-Trainings und der Regatta und wünschen allen Sportlern und Besuchern eine gute Zeit am Strandschleicherer, der Beach-Bar im Herzen Jenas.

Bleibt auch uns nur, zum Sturm ins kühle Nass aufzurufen – bis dahin sollte auch diese Regenphase ein Ende haben.

Autor: Maxi Gade
Foto: Veit Becher

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22. Juni 2011 | Allgemein, Freizeit, Jena, Kultur

Välkommen – Bem-vindo – Vitatje

Von Maxi Gade


Beim ersten Europatag steht der Diskurs im Mittelpunkt

28.06.2011 │ Friedrich-Schiller-Universität Jena │ 1. Europatag

Wer oder was ist Europa?

Nicht jeder denkt gleich an die durch Zeus verführte Königstochter aus der griechischen Mythologie und hätte eine passable Antwort parat.

Für viele ist Europa der Kontinent oder Erdteil, in dem sie leben oder Urlaub machen, ein geografischer Begriff, der verschiedene Länder zusammenfasst. Nicht jeder empfindet Europa als politische Einheit, deren Ausmaß und Bedeutung für den Einzelnen über das passfreie Reisen hinausgeht. Im Vordergrund stehen in diesem Zusammenhang oft Geld-, Grenz- und Umweltprobleme, politische Unstimmigkeiten oder Einigungsquerelen, die zwar die Zeitungen füllen, ansonsten lediglich bürokratischen Massenfrust verbreiten.
Was nun also sollte Europa sein – was ist es? Ist Europa nicht das, was dessen Bewohner zu stiften, verstehen, anzuerkennen bereit sind?

Dieser Frage geht das Collegium Europeum Jenense am 28. Juni beim ersten Europatag an der Friedrich-Schiller-Universität Jena nach.
Unter dem Motto „Ein Europa der Bürger“ finden Vorträge und Diskussionen statt, denn: Europa ist auch Begegnung in Politik, im Austausch, im kulturellen Miteinander.

In Kooperation mit der Stadt Jena, dem Thüringer Justizministerium und der Staatskanzlei hat das veranstaltende Institut der Universität namhafte Vertreter aus der europäischen Politik und Wissenschaft eingeladen, um vielfältige Perspektiven auf die zentrale Thematik entwickeln zu können.

Auch an kreativem Austausch soll es nicht mangeln:
Bereits am Mittag, 12.00 Uhr, beginnt der Europatag im Foyer des Universitätsgebäudes am Campus (Carl-Zeiß-Straße 3) mit einem großen Malprojekt. Dort sind Jung und Alt eingeladen, mit Unterstützung von Organisationen aus Jena und Umgebung gestalterisch ihre Idee von Europa auf Papier zu bringen.

Nach einem Vortrag zum Thema „Wie sozial ist Europa“ können um 16 Uhr alle Wissbegierigen im Hörsaal 3 (CZ3) der Friedrich-Schiller-Universität mit Experten über die Rolle und Zukunft eines „Europas für Bürger“ diskutieren. Unter der Moderation von Gunnar Poschmann debattieren der thüringische Justizminister Dr. Holger Poppenhäger, die Vorsitzende der Europaunion Berlin Sylvia-Yvonne Kaufmann (ehem. Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments) sowie der Rechtswissenschaftler Prof. Christoph Ohler.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildet der Festvortrag von Charles Napoléon im Hörsaal 1 um 18.00 Uhr zum Thema „Vom napoleonischen Europa zum Europa der ‘Völker’“.

Nicht zu vergessen: Europa tanzt. Am 29. Juni 2011 ab 22 Uhr findet deswegen im Rosenkeller die gleichnamige Party der Hochschulgruppe Erasmus-Alumni statt.

Ein Blick auf das vollständige Programm, das hier nur in Auszügen vorgestellt werden konnte, lohnt unter www.europatag.uni-jena.de.

Autor: Maxi Gade
Foto: das Organisationsteam, www.europatag.uni-jena.de/team.php

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16. Juni 2011 | Allgemein

Tierischer Farbmix

Von Stadtmagazin 07

Wer noch nicht wusste wie schnell ein Chameleon seine Farbe wechseln kann sollte hier einmal genauer hinschauen. Insbesondere Frauen haben ja oft das Problem mit der Frage: “Was ziehe ich an?“ oder welche Hose kombiniert mit Ohrringen passt? Dieses Tierchen hier kennt diese Fragen nicht. Leg ihm einfach eine Sonnenbrille vor die Füße und zack – der Look passt. Unglaublich schnell. Fragt sich nur: ein Fakevideo oder echt?

Autor: Florian Berthold
Video: Youtube

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7. Juni 2011 | Allgemein

Kreativ-Unternehmer mit innovativen Ideen gesucht!

Von Stadtmagazin 07

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft zeichnet „Kreativpiloten“ aus –Beeilung ist angesagt: Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2011.


2010 ausgezeichnet, 2011 durchgestartet: Für seine außergewöhnlichen Produktideen, hier die außergewöhnlichen Tee-Beutel, wurde donkey-products-Gründer Florian Berger im vergangenen Jahr als Kreativpilot ausgezeichnet.

Ein Designer, der Notunterkünfte neu erfindet (morethanshelters), eine Innenarchitektin, die aus tristen Schulen anregende Lernumgebungen schafft (Hamburger Schülerwerft), zwei Kochkünstler, die Festessen an ungewöhnlichen Orten inszenieren (Undergrounddinner),– sie alle sind im vergangenen Jahr als „Kreativpiloten Deutschlands“ ausgezeichnet worden. Jetzt vergeben das Bundeswirtschaftsministerium und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zum zweiten Mal die Auszeichnung „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“.

Gesucht sind auch Unternehmerpersönlichkeiten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die innovative Ideen und Projekte in der Kultur- und Kreativwirtschaft umsetzen. Dabei ist es egal, ob die Bewerber erste Gehversuche als Existenzgründer machen, ob sie ihre Business-Idee noch ausbrüten oder ob ihr Projekt schon am Markt erfolgreich ist – entscheidend ist die Originalität der Idee und der Unternehmergeist. Seit Mitte Mai können sich Kreativ-Unternehmer und solche, die es werden wollen, auf der Internetseite www.kultur-kreativpiloten.de um den öffentlichkeitswirksamen Titel bewerben.

Autor: Florian Berthold
Foto: Donkey Products

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7. Juni 2011 | Allgemein, Freizeit, Heimatkunde

Unter und über Tage

Von Stadtmagazin 07


Eine historische Führung am Walpersberg bei Kahla.

Am kommenden Sonnabend, den 11. Juni bietet der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. ab 9:00 Uhr eine Führung durch die Außenanlagen des ehemaligen Rüstungswerkes „REIMAHG“ bei Großeutersdorf an. Startpunkt der Führungen ist das Vereinsgelände oberhalb der Gemeinde Großeutersdorf. Der Abschluss der Führung ist nach ca. 7 km Wegstrecke gegen 13:30 Uhr ebenfalls im ehemaligen Militärgelände. Das Dokumentationszentrum ist in der Führung inbegriffen, steht zwischen 13 – 15 Uhr jedoch auch nicht Führungsteilnehmern offen. Für Mittagsversorgung ist gesorgt und festes Schuhwerk wird empfohlen.

Das seit 2007 in Vereinsbesitzt befindliche Gelände ist ein Relikt der militärischen Nutzungszeit des Walpersberges oberhalb von Großeutersdorf bei Kahla. Von April 1944 bis April 1945 wurde unter dem Firmennamen „REIMAHG“ ein unterirdisches Rüstungswerk aus dem Boden gestampft. Neben der Erweiterung des schon seit Ende des 19 Jh. ausgebauten Sandabbausystems der Porzellanwerke Kahla, wurden weitere Stollen angelegt, um die ab 1943 stark unter Bombenangriffen leidende Flugzeugfertigung durch den Bau der sog. Wunderwaffe Messerschmitt Me 262 zu stärken. Trotz der geringen Zeit wurden bis zum Einmarsch der Amerikaner in provisorischen Bunkern außerhalb des noch in Bau befindlichen Stollensystems 20 bis 30 Flugzeuge fertiggestellt. Das Produktionsziel von 1200 Stück im Monat wurde jedoch verfehlt. Die Bauarbeiten für dieses gigantische Vorhaben mussten ausländische Zwangsarbeiter, deutsche Arbeitskräfte und Hitlerjungen durchführen. Die Bedingungen für die aus vielen Ländern Europas deportierten Menschen waren schlecht. Die Unterbringung, die Arbeitszeiten- und Bedingungen sowie die schlechte Versorgung führten zu mindestens 1000 Toten innerhalb eines Jahres.

Nach der Befreiung durch die Amerikaner, der Besatzung der Sowjets und der Sprengung eines großen Teils der Anlagen und Infrastruktur zog, nach einer Zeit der zivilen Nutzung als Gemüselager und Bohrkernarchiv, 1974 wieder ein militärischer Nutzer in die Anlage ein. 29.000 m² wurden für das Komplexlager 22 der NVA ausgebaut, die bis 1990 Waffen und Munition im Stollensystem lagerte. 1997 wurde das Gelände von der Bundeswehr verlassen und lag bis 2007 brach.

Die Anmeldung kann über die Webseite des Vereins www.reimahg.de, per E-Mail an buero@reimahg.de, im Dokumentationszentrum Walpersberg – REIMAHG (Dorfstraße 7, 07768 Großeutersdorf) oder per Telefon unter 036424 / 784616 erfolgen.

Autor: Florian Berthold
Foto: Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V.

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7. Juni 2011 | Allgemein

Ideenschreibtische für Jena

Von Stadtmagazin 07


TowerByte bietet Freiberuflern und jungen Unternehmen flexiblen Büroraum im Tower.

Die Jenaer IT-Genossenschaft TowerByte eG
 www.towerbyte.de bietet ab sofort Büroarbeitsplätze flexibel zur Vermietung an. Freiberufler, Kreative und junge Unternehmen können sich Schreibtische mieten und profitieren von der vorhandenen Infrastruktur sowie dem Netzwerk von erfahrenen Unternehmen der TowerByte. Die Genossenschaft reagiert mit dem neuen Angebot auf den Bedarf nach flexiblem Arbeitsraum für
Freiberufler aus der IT-Branche.



Der TowerByte-Gedanke, kleine Projekte flexibel zu stemmen und im Verbund stark genug für große Projekte zu sein, ist auch Grundlage für das neue Angebot an Büroarbeitsplätzen”, so Reinhard Hoffmann, Geschäftsführer der TowerByte. “Wir möchten Jungunternehmer fördern und ihnen die Möglichkeit geben, in angenehmer Atmosphäre unter Gleichgesinnten zu arbeiten sowie die Vorteile eines Clusters kennenzulernen.

“
Die Schreibtische können flexibel ab einem Monat oder länger gemietet werden. Jedes Büro ist mit moderner Infrastruktur ausgestattet: “Schreibtische, Stühle, Internetverbindung, der Zugriff auf den Besprechungsraum, Kopierer, Fax, Drucker und selbst die Kaffeeküche werden durch die TowerByte eG bereitgestellt”, so Hoffmann. Da sich mehrere Mieter ein Büro teilen können, ergibt sich das Netzwerken von alleine. Die flexible Büromiete ermöglicht es auch, für kurzfristige Projekte ein Büro zu mieten, ohne lange Mietverträge einzugehen. “Die Flexibilität ist der große Vorteil
unserer neuen “Workspaces” – natürlich gepaart mit dem fachlichen und unternehmerischen Austausch untereinander.



Kurze Wege und langjährige Erfahrungen der TowerByte-Unternehmen in den Bereichen IT, E-Commerce und Vertrieb bieten Existenzgründern eine ideale Basis. Mit den “Workspaces” reagiert die TowerByte außerdem auf den gestiegenen Bedarf an flexiblen Arbeitsplätzen für Freiberufler. Hoffmann: “Viele Selbstständige arbeiten von zu Hause, haben dort aber wenig Ruhe und
keinen fachlichen Austausch. Dem möchten wir mit unseren variabel nutzbaren “Workspaces” und unserem Netzwerkgedanken entgegenwirken.”


Autor: Florian Berthold
Foto: Rainer Sturm / Pixelio

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7. Juni 2011 | Allgemein

Premiere vor 42 Jahren

Von Stadtmagazin 07

Jaja, ein rundes Jubiläum ist es zwar nicht aber dennoch eines an das man sich gern erinnert. Heute am 07. Juni 1969 wurde zum ersten Mal die Johnny Cash Show im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt. Die Sendung lief von 1969 – 1971. Immer Samstagabend besten Sendezeit. Das Video zum Erinnern gibt es hier:

PS: Auch wenn unter dem Video als Sendetermin der 17. Juni steht, lasst euch nicht verwirren. Es war der 7. Juni. Versprochen.

Autor: Florian Berthold
Video: Youtube

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3. Juni 2011 | Bühne, Freizeit, Jena, Kinder, Kultur, Musik

Kickt die Mauer aus den Köpfen!

Von Maxi Gade


Sportlich-musikalisch-kulinarisch: ein buntes Programm für ein buntes Jena

17.-19.06.2011│Jenaer Paradies│Hintertorperspektive e.V.│Flutlicht-Festival

Zu dieser Jahreszeit lässt sich Jena, etwas pathetisch zwar, vor allem durch einen Begriff treffend beschreiben: Paradies. Die Parkanlage hinterm Paradiesbahnhof ist vor sommerlichem Aktionismus der Jenaer Einwohnerschaft kaum wiederzuerkennen. Hier wird gegrillt und gelaufen, gezeigt und gesehen, sich gesonnt und geaalt.

Vom 17. bis zum 19.Juni kann das sonnenbeschienene Publikum noch ganz anderen Aktivitäten im Dienste von Toleranz und Interkulturalität nachgehen: Wie nun schon seit vier Jahren schlägt in diesem Zeitraum erneut das Flutlicht-Festival seine Zelte zum kicken, kosten, konzertieren auf.

Neben zahlreichen Konzerten und Aftershowparties, einem täglichen gemeinsamen Frühstück, freier Graffitiwand und entsprechendem Workshop, dem großen Fußballturnier sowie Spiel und Spaß für die Kleinsten wird es auch einige Vorträge geben. Im Zentrum stehen dabei zunächst allgemein die Themen Toleranz vs. Rassismus, Stereotypisierung, Vorurteil und Antisemitismus sowie insbesondere Homophobie im Fußball und die Situation von Flüchtlingen im Rechtsstaat Thüringen.

Neben der beliebten sommerlichen Parkstimmung und dem ein oder anderen Getränk und Leckerbissen wird also auch die eigentliche Botschaft des Festivals und seiner Veranstalter, dem Hintertorperspektive e.V., befreundeten Vereinen und zahlreichen Freiwilligen, aus den Augen verloren: Die Arbeit des Vereins an Schulen und Jugendzentren tritt mit dem Festival noch einen Schritt weiter ins Licht der Öffentlichkeit heran an Jene, die es betrifft. Anliegen der Organisatoren ist es grundsätzlich, eine friedliche Botschaft für Toleranz und gegen Diskriminierung sogenannter „anderer“ auszusenden.

Möge das vollgepackte, umfangreiche Programm und das tatkräftige Engagement seiner Macher mit einer großen Besucherschar belohnt sein: Von Wetter oder Unwetter hat sich das Festivalteam jedenfalls nie abhalten lassen.

Weitere Informationen und einen Blick in die Programmauflistung kann man unter www.flutlicht-festival.de erhalten.

Autor: Maxi Gade
Foto: www.flutlicht-festival.de

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