19. Januar 2011 | Allgemein

Unangepasste Jugend. Jena 1987.

Von Stadtmagazin 07

Ein Schnappschuss kurz bevor das Licht ausgeht und Jena sich dem kapitalistischen Ausland öffnet. Ein schönes Zeitdokument das Details des sozialistischen Jenas offenbart.

Text: Florian Berthold
Video: Youtube.com

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18. Januar 2011 | Musik

Ein Riss spaltet, was zusammengehört

Von Maxi Gade


Jazz meets Pop (und bleibt ganz viel Jazz)

20.01.2011│21.00h│Café Wagner│R.I.S.S.

R.I.S.S., das sind zunächst Rusconi, Irniger, Sisera, Stulz und allesamt studierte Musiker, die sich dem Jazz verschrieben haben. Im Juni letzten Jahres erschien ihr erstes Album „Color and Style“, das nicht nur durch qualitative Vorzüge von sich reden machte, sondern auch durch ein ungewöhnliches musikalisches Projekt: Neben Selbstkompositionen finden sich auf dem Album neu interpretierte Songs von Radiohead, Nirvana, Björk  und David Klein. Die Musiker selbst sprechen sich geradezu vehement für gute Popsongs und deren Berechtigung im Jazz aus – sie flirten eben gerne, sagen sie. Natürlich bleibt es nicht beim Pop, sondern es jazzt und grooved und geht auch schon einmal weit ab von den ausgetretenen Wegen der Unterhaltungsmusik. Dabei gilt es die Balance zwischen Überinterpretation und Originalitätstreue zu finden. Mit Klavier, Tenorsaxophon, Bass und Schlagzeug ausgerüstet wagen sie das Experiment – und überraschen durch eine gelungene Gradwanderung, die neue Hörerfahrungen mit Bekanntem ermöglicht.
Im Rahmen des Projektes „Made in Switzerland“ hat der Verein Jazz im Paradie e.V. die  Schweizer Band ins Wagner geholt und damit eine Neuentdeckung nach Jena geführt.

Für jazzaffine Musikfreunde ein wichtiger Termin in diesem Januar.

Autor: Maxi Gade
Foto: agentur

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17. Januar 2011 | Allgemein

Wenn Du gerettet bist dann klatsch – Der Zellentanz

Von Stadtmagazin 07

Für alle Trendsetter und Menschen mit zappeligen Beinen und Händen gibt es einen neuen Style: Der Zellentanz. In diesem Video gibt es eine bunte Mischung aus Animation im Altersheim, Kirchenchor oder sind alle nur betrunken? Und eigentlich wird dies ja nur gemacht um die eigenen Zellen glücklich zu machen. Ein neuer Trend für Jenas Tanzschulen?

Autor: Florian Berthold
Video: Youtube.com

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17. Januar 2011 | Musik

Ansingen gegen Verblödung

Von Maxi Gade


Mutige Musik im F-Haus

18.01.2011│20.00h│F-Haus│Götz Widmann│Balladen – die schönsten leisen Lieder│guests: Simon & Jan

Die neuere deutsche Liedermacherszene strotzt vor Ideen und Formationen, die sich wie eh und je durchs Leben beißen und singend davon berichten. Ihre Begründer, so sagt man, schufen 1993 „Joint Venture“: Martin „Kleinti“ Simon und Götz Widmann bespielten, verfluchten, kritisierten und nicht zu letzte verlachten in starken Texten die Dinge aus ihrer Sicht und gehören heute mit Sicherheit in jeden Musikschrank eines humorvoll-nachdenklichen Liedermacherfreundes. Im Jahr 2000 starb Martin „Kleinti“ Simon unerwartet an einem Herzinfarkt und das Projekt Joint Venture wurde zu Ende geführt.

Götz Widmann ist seitdem als Solokünstler aktiv, thematisch ähnlich ausgerichtet wie gewohnt: Gesungen wird über alles, über Politik, Drogen, Sex, Alltag. Ab 2004 lassen sich auch merklich ernstere Töne auf den Soloalben des Künstlers finden. Seine neueste (Doppel-) CD, „Balladen“, stellt Götz Widmann am 18.01.2010 im F-Haus vor: Die „schönsten leisen Lieder“ begeben sich auf die Suche nach den letzten magischen Momenten, nach den wirklichen Inhalten und Emotionen. Lieder, die für den Zuhörer allgemeingültig, aber auch sehr persönlich sein können. Lieder, die im Rahmen eines typischen Widmann-Programms etwas untergehen würden, erhalten hier Wirkungszeit und –raum, den Zuschauer mit hineinzuziehen.

Ein Mann, eine Gitarre, so sagt man, das macht den Grundgehalt eines Widmannkonzerts aus – und textliche Ehrlichkeit, so möchte man gesondert betonen.

Autor: Maxi Gade
Foto: Fabia Suter

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16. Januar 2011 | Musik

„Seething vocals – raw talent“

Von Maxi Gade


Dani Wilde bringt den Blues nach Jena

16.01.2011│17.00h│Kulturhaus „Zum Bären“, Alt-Lobeda│Dani Wilde Acoustic Trio│SHINE unplugged

2010 war ein überaus erfolgreiches Jahr für die junge, britische Blues-Künstlerin Dani Wilde: So wurde sie für die „British Blues Awards“ nominiert, verzauberte europaweit ihr Publikum mit beeindruckenden Livekonzerten und veröffentlichte Ende August 2010 ihr zweites, von Mike Vernon (u.a. Fleetwood Mac, Freddie King, David Bowie) produziertes Studioalbum „SHINE“ auf dem bekannten Blueslabel „Ruf Records“.

Die Vielfalt des Blues reicht weit, von herzzerreißenden, wahrhaft verzweifelten Sehnsuchtsballaden bis hin zum groovigen Bluesrock weiß Dani die Spannweite der Musikgattung auszureizen. Die zierliche Sängerin und Gitarristin wurde schon früh von amerikanischen Blues-Größen wie John Lee Hooker and Buddy Guy inspiriert und stand im Alter von zwanzig Jahren bereits auf der Bühne: gemeinsam mit Stars wie Gary Moore oder Robben Ford. 2008 war Dani dann Teil des renommierten „Blues Caravan“ Projekts von „Ruf Records“ und tourte damit – an der Seite von Deborah Coleman und Candye Kane – durch Clubs in ganz Europa.

„Ich möchte den Blues transformieren, ihn wieder jung machen…“, so das Ziel der ehrgeizigen Musikerin.

Gerade erst von einer ausgiebigen Deutschland-, Niederlande-, und Schweiz-Tour nach England zurückgekehrt gönnt sich die Künstlerin keine Zeit zum Ausruhen, sofort zieht es sie zurück auf die Bühne – und diesmal hat sie sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen:
So bietet die unplugged gespielte „Stripped Bare“ Tour die Gelegenheit, Dani Wilde an der Seite von Stuart Dixon an der akustischen Gitarre und ihrem Bruder Will „Harmonica“ Wilde an der Bluesharp zu erleben.
Gemeinsam stellen sie ein abwechslungsreiches Repertoire aus Soul-, Blues-, und Gospelsongs vor, das die gesamte stimmliche Bandbreite der Bluessängerin (und –gitarristin) optimal zum Einsatz bringen kann. Den alten Bluesklassiker „I’m In The Mood“ etwa singt sie so überzeugend und eindringlich wie ein gestandener, schwarzer Blueser aus dem Delta. Gerade diese stimmliche Kraft ist es, die Kritiker jubeln lässt und sicher ein kleines Kuriosum darstellt: Wie kann so eine zierliche, junge Sängerin so eine umfang- und farbenreiche Stimme ausbilden?

Für Neugierige öffnet am Sonntag, dem 16.Januar 2011 ab 17Uhr das BluesKaffee im Kulturhaus „Zum Bären“ seine Pforten. Kinder bis 14 Jahren haben freien Eintritt!

Weitere Informationen sind unter www.khoch4.de und www.daniwilde.com zu finden.

Autor: Maxi Gade
Foto: Agentur

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14. Januar 2011 | Allgemein

Watching the Net Users

Von Stadtmagazin 07


Die amerikanische Fotografin Gabriela Herman hat eine wirklich schöne Fotostrecke aufgenommen, die Menschen vor ihren Notebooks zeigt. Sie werden in der Dunkelheit ihrer Umgebung dabei nur vom Display selbst beleuchtet.

Die komplette Fotostrecke gibt es bei Wired unter: www.wired.com/rawfile/2011/01/gabriela-herman-bloggers

Vielleicht geht es beim betrachten der Bilder dem einen oder anderen von euch wie mir selbst: irgendwie kommen mir die Situationen auf den Bildern seltsam bekannt vor…

Text: Carsten Spielmann
Foto: Gabriela Herman / via Wired

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13. Januar 2011 | Song des Tages

Song des Tages: Damien Jurado “Arkansas”

Von Stadtmagazin 07

Ein Song vom meiner Meinung nach großartigen Mr. Jurado.
Ohne Worte und unglaublich gut und gern gespielt für Anna – wir wünschen beste Unterhaltung:)

Text: Florian Görmar
Video: Youtube.com

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13. Januar 2011 | Allgemein

Was macht eigentlich ein Streetstyle-Blogger?

Von Stadtmagazin 07

Scott Schuman ist “The Sartorialist”. Wohl kaum ein Streetstyle-Blog im Netz ist so einflußreich wie das des Fotografen aus New York, der in seinem früheren Leben Einkäufer für prominente Modehäuser war und mittlerweile tonangebend im Streetstyle ist. Wer sehen möchte wie das Ganze eigentlich so abläuft wenn „The Sartorialist“ arbeitet – guckt mal hier: Denn im Grunde ist es eigentlich ganz einfach: er bewegt sich durch die Stadt, als sei er auf der Pirsch:

Autor: Florian Berthold
Video: Youtube.com

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11. Januar 2011 | Ausstellung

Den Spiegel vorhalten

Von Maxi Gade


Kay Voigtmann stellt wiederholt in Jena aus

14.01.2011│20.00h│Kunsthandlung Huber & Treff│Kay Voigtmann│“Popanz“ – Vernissage

Der Begriff Popanz [´po:pants] (aus ostmitteldeutsch popenz, wahrscheinlich von tschechisch bubák, „Gespenst, Trugbild, Kobold“) oder von italienisch pupazzo, „Marionette“) beschreibt eine nicht ganz ernst zu nehmende Schreckgestalt oder sogar eine spaßige Figur bzw. Strohpuppe, beispielsweise eine Vogelscheuche.

Soweit klärt uns das Onlinenachschlagewerk Wikipedia auf. In etwa trifft das den Ausstellungsinhalt ganz gut: Vom 14.01. bis zum 27.02. stellt der Illustrator Kay Voigtmann unter dem Titel „Popanz“ seine Werke in der Kunsthandlung Huber & Treff aus. Die „Schreckgestalt“, „Vogelscheuche“ oder „spaßige Figur“ nimmt bei Voigtmann dabei eine zentrale Rolle ein. Zwischen Mystik und Poesie strahlt sie einen durchaus als skurril zu bezeichnenden Charme aus.

Dezent offenbaren seine „Kartoffelmenschen“ Kritisierungswürdiges, Anstößiges – vielleicht aber auch nur allzu menschliche Fehler, die jeder kennt. Ihr Reiz besteht in einer Detailliertheit, die länger trägt, als einen kurzen Augenblick.

Kay Voigtmann arbeitet mittlerweile freischaffend in Gera, nicht ohne vorher eine Feinmechanikerlehre und ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig absolviert zu haben. Vorrangig ist er in seiner Funktion als Grafikdesigner und Illustrator tätig und veröffentlichte auf diesem Weg u.a. kleine Auflagen (z.B. in der Büchergilde Gutenberg) oder Unikatbücher (burgart-Presse).

An diesem Freitag, den 14.01. gibt es in der Charlottenstraße 19, Jena, eine weitere Möglichkeit, Bilder von Kay Voigtmann zu erstehen – ab 20 Uhr lädt die Kunsthandlung Huber & Treff zur Vernissage.

Autor: Maxi Gade
Foto: Kunsthandlung Huber & Treff

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10. Januar 2011 | Musik

“Nemo my name forevermore…”

Von Maxi Gade


“Niemand” füllt die Bühne des F-Haus

14.01.2011│20.00h│F-Haus│N.E.M.O│Classic meets metal – The Sound of Nightwish and Evanescence │special guest: solorot

Das ist nicht ganz richtig, im Gegenteil, sondern lediglich eine sprachspezifische Spitzfindigkeit: „Nemo“ ist das lateinische Wort für „niemand“, darüber hinaus eine 2004 veröffentliche Single der finnischen Band Nightwish und zu guter Letzt der Name eines Großbandprojektes aus Jena, das am 14.01. wiederholt im F-Haus zu Gast ist.

Hinter N.E.M.O. verbergen sich sechzehn Musiker unterschiedlicher Genre und Ausbildung, die zusammen seit April 2005 Klassiker der maßgeblichen Symphonic-Metal-Band Nightwish und der jüngeren Alternative-/Nu-Rock-Band Evanescence auf die Bühne bringen. Der charakteristische Sound beider Bands lebt dabei von orchestralen und chorgesanglichen Elementen sowie dem klassischen Gesang der weiblichen Frontstimmen, versetzt mit einer gehörigen Portion Melodic Power Metal bzw. Nu-Metal.
Bereits im Juni 2006 hatten sich die Musikerinnen und Musiker von N.E.M.O. eine bühnenreife Tracklist erarbeitet und vor über 800 Gästen sämtlicher Couleur Klassiker wie „Sleeping Sun“, „End of all hope“ oder „Over the hills and far away“ sowie Titel der seit 2003 bekannten Band Evanescence, u.a. „Bring me to life“ und „Call me when you’re sober“, zum Besten gegeben. Der erstaunliche Erfolg überraschte und führte zu weiteren deutschlandweiten Konzerten.
Nun kehren die metalwilligen Sechzehn erneut in ihre Heimat zurück und frönen der vollen Klanggewalt von vier Stimmen, fünf Streichern, einem Dudelsack,  einer Flöte, Bass, Gitarren und Schlagzeug sowie Keyboard.

Um einen Eindruck davon zu erwecken, was den neugierigen Musikliebhaber erwartet, sei der durch Nightwish wiederaufgenommene Song „Over the hills and far away“ mit angefügt.

Autor: Maxi Gade
Foto: www.nemo-band.com
Video: Youtube.com

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9. Januar 2011 | Bühne

Messe der Meister von Morgen

Von Stadtmagazin 07


Am Kirschberg 4 – die DNT-WG

Seid zu Gast am 16.01.2011 um 20.00 uhr im Weimarer e-werk.

Sabine will sich von ihren Eltern emanzipieren, Barbara sucht Austausch und Kontakt, Hacki hat schlicht kein Geld und Robert aus Hannover erst in letzter Minute einen Studienplatz bekommen. So sitzen sie nun mehr oder weniger freiwillig in der gemeinsamen WG-Küche beisammen und durchleben kochend und improvisierend den Abend, bei dem jeder der Mitbewohner einer anderen geheimen Aufgabe des unsichtbaren Game-Masters nachkommen muss und das Chaos durch einen Überraschungsgast perfekt gemacht wird. Ein Abend zwischen Spott und Spaghetti, Putzfimmel und Perspektivlosigkeit, über Liebeleien, Light-Gerichte und Lebensplanung.

Mit: Nina Mariel Kohler, Stefanie Rösner; Florian Jahr, Michael Wächter plus Überraschungsgast.
Bühne: Who-Be

Text: Florian Berthold
Foto: DNT Weimar

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9. Januar 2011 | Bühne

Wien in Weimar

Von Stadtmagazin 07


Der 6. Weimarer Opernball am 29. Januar 2010 im DNT Weimar.



Man muss nicht extra nach Wien fahren, um mal wieder im Dreivierteltakt
über die Tanzfläche zu wirbeln. Unter dem Motto “Wien in Weimar”
entführt der nunmehr 6. Weimarer Opernball am Samstag, 29. Januar 2011
in die Donaumetropole, in der die Ballkultur wie in keiner anderen
Stadt bis heute lebendiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens
ist. Mit Richard Heubergers “Der Opernball” wird eine der
schwungvollsten Operetten des Wiener Fin de siècle, in der sich alles
um Verführung, Verkleidung und erotische Abenteuer dreht, die Gäste
einstimmen und durch den gesamten Abend begleiten. Zudem erzählen
Künstler des Ensembles in abwechslungsreichen musikalischen Programmen
von Johann Strauß bis Georg Kreisler ebenso charmant wie bissig von
Höhepunkten und Abgründen im Herzen der Donaumonarchie. Auf der Bühne
und in den Foyers verwöhnen die Küchenchefs des Gourmetrestaurants Anna
Amalia im Hotel Elephant und des Gasthauses Zum weißen Schwan mit
allerlei kaiserlich-königlichen Spezialitäten. Und zum krönenden
Höhepunkt heißt es dann auch in Weimar “Alles Walzer”, wenn die
Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Kapellmeister Felix Bender
zum Tanz auf der großen Bühne aufspielt. Karten gibt es sowohl noch für
den Ballbesuch mit “Kaisermenü” auf der großen Bühne zu 225 Euro als
auch für die Variante mit “Schmankerlbuffet” in den Foyers zu 110 Euro.



Autor: Florian Berthold
Foto: Thomas Müller

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7. Januar 2011 | Heimatkunde, Jena

Jenaer Sportgeschichte auf Hannovers Straßen

Von Maxi Gade

Hannover benennt zwei Straßen nach ehemaligen Jenaer Sportlern

Der Rat der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover hat im Herbst 2010 einstimmig beschlossen, zwei Straßen an der Fußball-Arena nach Robert Enke und Luise-Finke zu benennen.

Soweit, so gut. Was hat dieser Umstand nun mit Jena zu tun?

Um dies herauszufinden, lohnt ein Blick in die Biografien der zu ehrenden Sportler.

Der in Jena geborene Robert Enke entstammte einer sportbegeisterten Familie und spielte nach dem Sportabitur bis 1985 beim BSG Jenapharm und bis 1996 beim FC Carl Zeiss Jena. Anschließend folgte der Aufstieg in die Nationalmannschaft nach Vereinszugehörigkeit im Benefica Lissabon, FC Barcelona und Hannover 96 sowie einigen Leihspielen. Erfolgreiche Einsätze als Torwart und konstant gute Leistungen brachten ihn nach der EM 2008 in die Position des Anwärters auf den Stammtorwart der Nationalmannschaft in Nachfolge Jens Lehmanns. Einige Spielausfälle in dem folgenden Jahr wurden mit bakteriellen Infekten begründet, mögen aber ein Anzeichen  für die problematische Situation gewesen sein, in der Enke sich befand.

Seit 2003 wurde Enkes Depression psychiatrisch behandelt, immer wieder  erschwerte ihm diese vernichtende Erkrankung Beruf und Alltag. In seiner Funktion als Torwart konnte Enke nicht  im unbedingten Maße tätig sein. Der Gründe und Spekulationen für seinen erschütternden Tod gibt es viele. Robert Enke nahm sich am 10.November 2009 durch Schienensuizid das Leben.

Indirekt, so scheint es, lenkt er damit den Blick auf die besondere Lebenssituation eines Profifußballers, der Hochleistungssport und die Erkrankung an einer affektiven Störungen übereinbringen muss.

Seine herausragenden Leistungen im deutschen Fußballsport der Nationalmannschaft und Bundesliga bleiben in Erinnerung, auch durch ein „namhaftes Denkmal“ wie das anstehende in Hannover.

Luise Finke, die vor ihrer Heirat Luise Lockemann hieß, war eine der bekanntesten und erfolgreichsten Leichtathletinnen des Vereins für Bewegungsspiele (VfB) Jena.Der Universitätssportverein Jena (USV), der sich zumindest genealogisch in der Nachfolge des VfB sieht, hat durch sporthistorische Forschungen einige Glanzleistungen der Sportlerin ausfindig machen können und erwartet auch in Zukunft noch weitere Fundstücke.

An der Ehrentafel der „Hall of Fame“ auf www.usvjena.de lassen sich ihre wertvollsten Siege bei der Studentenweltmeisterschaft 1939 ablesen: Im Hochsprung schaffte sie damals mit 1,50m und im Weitsprung mit 5,21m den ersten Platz.

Der sportpolitische Wert dieser Medaillen wurde etwas geschmälert, da zu den Studentenweltmeisterschaften 1939, die in Wien stattfanden, viele demokratische Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, nicht starteten. Sie sprachen sich damit indirekt gegen die Annexionspolitik Deutschlands aus.

Ein Jahr später, 1940, gehörte Finke zum deutschen Olympiakader. Der II. Weltkrieg verhinderte allerdings die Durchführung der in London geplanten Spiele. Bis zum Mai 1945 war Finke als Assistentin der Uni Jena tätig. Nach eigenen Aussagen hatte sie durch den sportlich-privaten Kontakt mit amerikanischen Besatzungssoldaten und Offizieren die Möglichkeit, vor Einzug der Rote Armee 1945 in die Westsektoren zu fliehen. Erst in Göttingen und dann Hannover war sie im Hochschulsport tätig und machte sich bis zu ihrem Tode besonders um die Entwicklung des Orientierungslaufs in der BRD verdient. Dies war der Hauptgrund, weswegen in Hannover eine Straße nach ihr benannt wurde.

In den letzten Jahren ihres Lebens startete Luise Finke bei Altersklassen-Weltmeisterschaften im Orientierungslauf. 77-jährig holte sie sogar einen Weltmeistertitel. Mit 84 wurde sie Vizeweltmeisterin.

Mögen beide Sportler für ihre herausragenden sportlichen Leistungen in Erinnerung behalten werden. Der VfB bzw. USV Jena zumindest zeigt sich stolz, „Schirmverein“ beeindruckender Sportgeschichte geworden zu sein.


Bildunterschrift: Luise Lockemann bei einem Wettkampf 1943 im heutigen Jenaer Universitätssportzentrum beim Hochsprung.

Autor: Maxi Gade
Foto: USV-Fotoarchiv

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