11. Dezember 2010 | Freizeit, Jena

Zu Fuß zur Sonne und zurück

Von Maxi Gade


Jenaer Planetenweg – jetzt auch nachschlagsbereit im Kartenschuber

Aufmerksamen Stadtspaziergängern ist es schon aufgefallen, für alle anderen kommt hier noch ein Wochenendtipp: In Jena kann man das Sonnensystem durchstreifen, zu Fuß in 4:10h angefangen bei der Sonne im Stadtspeicher bis hin zum äußersten Planeten Neptun an der Universitätssternwarte in Großschwabhausen. An nacheinander folgenden Punkten in und um Jena sind künstlerische Darstellungen der Planeten mit einigen Erläuterungen stationiert, die sich maßstabsgetreu ausgehend von der Sonne durch die Stadt ziehen.

Der Planetenweg wurde anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 in der Stadt Jena eingeweiht. Neben dem Versuch, die unermesslichen Dimensionen unseres Sonnensystems begreifbar zu machen, verbindet er Gebäude, die in Jenas Geschichte von großer Bedeutung sind.

Jetzt gibt es den Planetenweg auch als Kartenschuber für das heimische Bücherregal, Kostenpunkt 7,50 Euro. In ihm findet man astronomische Daten, mythologische Geschichten und Wissenswertes aus Jena zusammengefasst und durch 8 Tuschezeichnungen des Jenenser Künstlers Ekkehard C. Engelmann illustriert. Die informativen Karten gestaltete die Agentur timespin aus Jena.

Der Planetenweg Jena ist eine Gemeinschaftsarbeit des Stadtspeicher Jena e.V., dem Astrophysikalischen Institut mit Universitäts-Sternwarte der Friedrich-Schiller-Universität
Jena, dem Zeiss-Planetarium, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena mbH und den Institutionen, an denen die Planeten aufgestellt werden.

Weitere Informationen, u.a. eine übersichtliche Karte, die den Aufbau des Planetenweges deutlicher macht sowie Möglichkeiten zur Bestellung des Kartenschubers gibt es unter:
www.stadtspeicher.de/der-verein/planetenweg-jena.

Autor: Maxi Gade
Foto: toci

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10. Dezember 2010 | Freizeit, Musik

Es wird HOT! HOT! HOT!

Von Stadtmagazin 07


Bevor es nun langsam ruhig und besonnen wird, sorgen Mr. Mojo und sein Yeahna City Soul Club am 11.12. 2010 ein letztes Mal in diesem Jahr im Café Wagner für eine gehörige Portion LOVE & SOUL!

Es wird also nochmals heiß in Jena, sogar verdammt heiß und damit es nicht nur bei einem Versprechen bleibt holt Mr. Mojo sich eine doppelte Garantie aus Italien: Das Stadtmagazin 07 und der Yeahna City Soul Club sind überaus stolz, die beiden DJs und Produzenten Jimmy & Luis Soulful aus Turin ankündigen zu können. Seit über zehn Jahren im Geschäft, sorgen die beiden mittlerweile europaweit für die wohl heißesten Partys und Releases überhaupt. Ihr Mix aus Soul, R&B, Boogaloo und Italian Pop bringt selbst den größten Tanzmuffel zum Rotieren.

Unterstützt werden die beiden Italiener – wie soll es anders sein – erneut von der bezaubernden Little Miss Bodacious und Miss Mimi als The Gizelles mit ihrer fantastischen Bühnenperformance und natürlich auch von den YCSC-Allstars Alex de Salvo, Screamin’ Jordan und Mr. Mojo. Als kleines Bonbon gibt es zusätzlich zu dieser dritten Auflage des Yeahna City Soulclubs eine Leipziger Nachwuchs-DJane mit einem sehr edlen musikalischen Geschmack. Diese vier Plattenfanatiker werden ihre Vinyl-Perlen mit absoluter Wonne auf die Plattenteller legen. Seid deshalb auf jeden Fall dabei, wenn es heißt: SOULFUL TORINO meets YEAHNA CITY SOULCLUB. Das wird definitiv HOT! HOT! HOT!

Yeahna City Soul Club
11. Dezember 2010
Café Wagner, 22 Uhr
www.yeahnacitysoul.com

Autor: Florian Görmar
Foto: Chris Redlich

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10. Dezember 2010 | Musik

Was passiert, nachdem man einen dreifachen Espresso getrunken hat?

Von Maxi Gade


Stilmix erlaubt im Volksbad

11.12.│21h│Volkbad│SUPERDISKO

…man möchte raus, laufen, lieber rennen, tanzen, die Nacht durchmachen.

DJ Smoking Joe, Spezialist der tanzbaren Clubmusik, legt wieder auf und wird unterstützt von der fabelhaften Rock’n'Roll-Combo Triple Espresso, die sicherlich einen ähnlichen Effekt im Konzertraum erzeugen möchte.

Mit hammerscharfen Bläsersätzen, Kontrabass, dreistimmigem Gesang und einer spektakulären Bühnenshow ziehen diese „schweren Jungs“ das Publikum gekonnt in ihren Bann. Zu der besonderen Mischung aus Rockabilly, Swing, Soul, Latin & Punk Rock muss man einfach tanzen.

Die siebenköpfige Band aus Stuttgart bestückt ihre Bühnenshow mit Selbstgeschriebenem und Altbekanntem, sodass für jedes Tanzbein gesorgt sein sollte. Durch diese bunte Mischung erspielten sie sich so manches Publikum im In- und Ausland und lassen es nun auf einen Versuch ankommen, auch Jenas Volksbad zum Kochen zu bringen. Im Stile des filmreifen 20er-Jahre Gangsters mit Nadelstreifen, Hosenträger und Hut erwartet das Publikum eine musikalisch turbulente Tanznacht im Volksbad.

Ein umtriebiger Musikkenner der regionalen Szene, angezogen durch diverse Musikstile, trifft auf eine ähnlich vielfältig ausgerichtete Großraumcombo – wie könnte man Schneesturm und überfrierende Nässe besser vergessen, als durch einen langen Tanzabend?

Für nähere Informationen lohnt der Blick auf die ansehnliche Homepage der Gastband www.triple-espresso.de.

Autor: Maxi Gade
Foto: Triple Espresso

10. Dezember 2010 | Musik

Wer will nicht nach Saroos reisen?

Von Maxi Gade


Kulturbahnhof – elektronisiert

11.12.2010│21h│Kulturbahnhof│Saroos + Odd Nosdam

Die Mühlen der Musiklandschaft mahlen und bringen zusammen, was zusammen gehört: so kommt es, dass Florian Zimmer (auch bei Iso68, Jersey), Christoph Brandner (Lali Puna, Console)  und Max Punktezahl (u.a. The Notwist, Contriva) nun  als „Saroos“ durch die Lande ziehen – auf der Suche nach dem Fantasieort “Saroos”?  Wer weiß. Sicher ist, dass sie Songs aus dem neuen Album „See Me Not“, das im November auf dem The Notwist-Label Alien Transistor erschien, zum Besten geben. Uns erwarten „der Winterzeit angepasste“ Klänge, die alle Genregrenzen sprengen und die man so höchstens aus dem Anticon-Umfeld gewohnt ist – angemerkt sei, dass die Soundkonstrukte der Indieelektroniker in den USA auf so großen Widerhall stoßen, dass eben dieses US-Label Anticon das neue Album produzierte.

Ein Wiedersehen gibt es mit keinem Geringeren als Odd Nosdam himself, der den Look von Anticon entscheidend geprägt, mit cLOUDDEAD Musikgeschichte geschrieben und für das neue Saroos-Album sowohl die Rolle des vorübergehenden Bandmitglieds als auch die des Produzenten übernommen hat.

Saroos trifft damit auf einen kompetenten Mitmischer: Nosdam übernahm bereits Produktionen und Remixe für u. a. Boards Of Canada, Mike Pattons Projekt Peeping Tom, The Notwist und Why?

Das Ergebnis der produktiven Zusammenarbeit wird von allen Beteiligten im Kulturbahnhof zu Gehör gebracht – eine garantiert raumfüllende Auszeit voller Klangbilder, die allen Interessierten wärmstens ans Herz gelegt sei!

Für Hör-klicke und Stimmungsvermittler bietet sich die Homepage unter www.myspace.com/saroos an.

Autor: Maxi Gade
Foto Saroos: Kulturbahnhof

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8. Dezember 2010 | Musik

Hundert, Hundert und viel Schlagwerk

Von Stadtmagazin 07


Diesen Freitag den 10. Dezember, 21 Uhr spielen „Hundreds“ live im Kulturbahnhof

Zunächst die Fakten: Hundreds sind, wie es der Name bereits vermuten lässt…zu zweit…vervielfacht eben. Aus 2 mach 4: Hundreds werden an diesem Abend von zwei E-Drummern unterstützt. Und: Hundreds schlagen eine Brücke von Roxette über Björk, Portishead, The Knife hin zu ihrem ganz eigenen Entwurf von Popmusik. Popmusik, die einem das Gefühl vermittelt, zu schweben. Popmusik, die weit ausholt um im nächsten Moment so klar und punktgenau wie nur möglich zu erscheinen. Popmusik, die es schafft zu fesseln. Das Gerüst stellen dabei stets elektronische Beats, die sich teilweise im Minimal bewegen und Klaviertöne, die ihren Teil dazu beitragen, dass das Gesamtwerk immer organisch bleibt. Und durch die Klangstreben schlängelt sich diese Stimme, die man so zuletzt vielleicht bei Lou Rhodes von Lamb gehört hat. Eine warme und sinnliche Stimme, die in den dezent arrangierten Stücken aufgeht und mehr als einmal für Gänsehaut sorgt.

Im Sommer sprachen die Ankündigungen vom Geheimtipp. Seitdem werden die Reisen länger, die Bühnen größer…was ja auch gar nicht anders geht, wenn man zwei Drummer dabei hat… Hörproben gibt’s vorab unter www.hundredsmusic.com bzw. www.myspace.com/hundreds.
Also Blitzeis und den Winter ignorieren und mal die Chucks gegen festes Schuhwerk tauschen und sich auf den Weg in den Kulturbahnhof machen- es lohnt sich!

Kulturbahnhof Jena (Saalbahnhof) Spitzweidenweg 28 07743 Jena
kulturbahnhof@web.de / www.kulturbahnhof.org Tel.: 0178-479 59 95

Autor: Florian Berthold
Foto: Hundreds-Agentur

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8. Dezember 2010 | Bühne, Kultur, Lesung

Die Kunst der Beleidigung

Von Maxi Gade


…wie “die Zeit” einst titelte: Harry Rowohlt im Volkshaus

„Schreiben Sie verdammt nochmal endlich mal wieder einen Corner. Was soll denn die Scheiße?”, schrieb Axel aus St. Pauli an Harry Rowohlt in der Pooh-losen Phase.  Jetzt kann er wieder ganz beruhigt sein. Treue Fans und auch Neuentdecker können jubeln: „Pooh’s Corner” gibt‘s jetzt handlich in zwei Bänden. In der ZEIT-Kolumne meldet sich Harry Rowohlt zu Wort mit Meinungen und Deinungen eines Bären von sehr geringem Verstand. Am 18.01.2011 um 20Uhr liest der derzeit wohl kompetenteste, ach was, begnadetste Rezitator im Volkshaus aus seiner Kolumnensammlung, seinen nicht weggeschmissenen Briefen und erzählt darüber hinaus Anekdoten zu allen relevanten Themen der letzten zehn Jahre.

Da liegt auch schon der eigentlich Schwerpunkt, das Hauptohrenmerk, die Besonderheit eines Rowohlt’schen Sprechkunstabends. Die Zeit zum Erzählen bringt Rowohlt in jede Lesung mit ein, die  „Erzählung“ oder „Frotzelei“, „Plausch“ und „Sprachakrobatik“ gleichermaßen heißen kann. Nicht immer kommt die Umwelt gut dabei weg, aber darum geht es nicht. Zusammen lachen, auch über sich, darf man lang und ausgiebig.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass Harry Rowohlt als ein Meister der Abschweifung und der Pause bezeichnet wird. Er hat, nicht minder meisterhaft, die Parodie, die sprachliche Finesse, die originelle Sicht auf Mensch und Welt zum Stilprinzip erhoben. Zu diesem Zwecke beherrscht er alle Tonlagen und Dialekte. Er ist neben Autor, Kritiker, Übersetzer, Schauspieler eben auch Sprechkünstler und spätestens, wenn der erste Schwank erzählt oder das erste Schriftstück gelesen ist, wird der Zuschauer davon überzeugt sein, dass es von diesen Stimmen nur wenige innerhalb des deutschsprachigen Raumes geben dürfte. Hinter der Stimme steht gelebte Erfahrung samt sonorem, resolutem, etwas zotteligem Urtypimage.

Inwiefern dieses Image zu Recht besteht, lässt sich nur erproben. Harry Rowohlt gibt reichlich Gelegenheit und reist durch Groß- und Kleinstadt. Nachdem er das letzte Mal in Weimar gastierte, kann  nun in Jena der berühmt gewordenen Ausschweifung Raum gegeben werden.

Es ist zu empfehlen, Tickets zeitnah zu kaufen – schließlich hat sich Harry Rowohlt mitsamt seiner Lieblingscharaktere und Erzählstimmen bereits ein wenig umgetan und ist bekannt wie ein bunter Hund.

Näheres dazu gibt es unter www.jena.de im Kulturkalender oder im Vorverkauf der Jenaer Tourist-Information.

Autor: Maxi Gade
Foto: Martin Kunze

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4. Dezember 2010 | Allgemein

„Der schwarze Enkelsohn von Gene Krupa“ spielt Blink 182: All The Small Things

Von Stadtmagazin 07

Jonah Rocks ist vier Jahre und eigentlich ein Kleinkind, das angeblich mit drei Jahren angefangen hat, Schlagzeug zu spielen. Ihn interessieren weniger Bob der Baumeister, Malbücher ausmalen oder Lego bauen. Das was ihn glücklich macht ist Schlagzeug spielen. Ein Autodidakt, der inzwischen System of a Down, Metallica oder die Foo Fighters um nur einige zu nennen auf den Kasten hat. “All the small things” von Blink 182 geht besonders gut nach vorne los. Weiter so!

Quelle: youtube.com
Autor: Florian Berthold

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4. Dezember 2010 | Musik

Auf die Helden, fertig, los!

Von Maxi Gade


Weihnachten mit der Kulturarena

So früh hat der Festivalsommer noch nie begonnen. Das Team der Kulturarena trotzt dem Wintereinbruch und präsentiert bereits jetzt das erste Highlight für 2011: Die Band Wir sind Helden kehrt am 22. Juli auf den Theatervorplatz zurück.

Die Wahlberliner um Judith Holofernes melden sich mit Bring mich nach Hause nach einer dreijährigen Kreativ- und Babypause eindrucksvoll zurück. Die Atempause wurde genutzt, um sich nach drei Alben, unzähligen Tourneen und einer Zeit des ständigen Gefundenwerdens zu erlauben, mal wieder selber auf die Suche zu gehen: Nach neuer Musik, neuen Begeisterungen, natürlich auch nach Wahrheit und Tiefe, Größe, Weltformel, Kindergarten- und Fahrradstellplätzen usw.

Auf ihrem vierten Studiowerk präsentiert sich das Quartett deutlich verändert und pendelt zwischen gepflegter Melancholie und elektrisierender Aufbruchsstimmung – der Fangemeinde hat die lange Pause und das veränderte Klangbild jedoch keinen Abbruch getan. Das im September erschienene Album stürmte die Charts, die Herbsttournee 2010 war in kürzester Zeit ausverkauft.
Der Zwischenstopp in Jena zur Kulturarena des nächsten Jahres mutet da wie ein Glücksfall an. Natürlich ist auch das 20-jährige Jubiläum des Sommerevents ein Grund für hochkarätige Gäste wie die Band Wir sind Helden. Auch darüber hinaus, verspricht die Werkleiterin Dr. Margret Franz, soll die Kulturarena durch ein prominent aufgestelltes Programm glänzen.

Der Vorverkauf für das Konzert beginnt am Montag, 06. Dezember, 10 Uhr in der Tourist-Information Jena und unter www.kulturarena.de.

Autor: Maxi Gade
Foto: JenaKultur

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3. Dezember 2010 | Bühne, Musik

“Ich würde meine Schuhe verkaufen…

Von Maxi Gade


…nur um bei dir zu sein”: Cora Frost mit männlicher Begleitung in Jena

04.12.│20h│Volksbad│Cora Frost – Best of Rest of Cora Frost

Draußen senkt sich das Schneegeflocke und drinnen etwas Unfassbares auf das anwesende Publikum hernieder, wenn Cora Frost die Bühne betritt. Was sie vorhat, und wie, lässt sich nicht beschreiben, soll und muss auch nicht erklärt werden.
Auf ihrer weiten Reise als Künstlerin, Musikern, Theaterschauspielerin seit 1981 unterwegs, kehrt sie nun ins Jenaer Volksbad für eine kleine Weile ein und bringt als Gastgeschenk ihren Gedankenschatz, verpackt in nahezu szenische Lieder, mit auf die Bühne. Der Zuschauer darf sich auf ein Experiment einlassen und staunen, welche Welten sich ihm darlegen, umrahmt und gestützt von Coras Mitmusikern und –zauberern Toni Nissl Shang-ha-i, dem berüchtigten Gary-o-War Schmalzl und sicherlich Gert Thumser, Schicksalsgefährte von Frau Frost.
Zusammen präsentieren sie eine eigenwillige Mischung aus Texten, Musik, Tanz und Gesang, thematisch um keinen Zwischenton, keine Nichtigkeit verlegen.  Es werden Geschichten erzählt und ausgezeichnet, in die Nacht gemalt und mit skurril-schönen Bühnenkostümen unterstrichen.

Die Wahlberlinerin erzeugt mit ihrem Reigen von Humor, Ernst, Poesie und Klamauk, vorgetragen mit markanter Stimme, eine zuweilen unerklärliche Intensität, die geradezu dafür gemacht ist, in kalten Winternächten ein bisschen mehr Glühen und Leuchten, ein bisschen mehr Zuhören, ein bisschen mehr Zusammenrücken in die Räume zu zaubern.

Ein hörenswertes, aber wenig aufschlussreiches, da nicht repräsentatives Beispiel sei für alle Interessierten anbei gefügt.

www.youtube.com/watch?v=iWhEYK8CPm0

Autor: Maxi Gade
Foto: JenaKultur

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1. Dezember 2010 | Bühne

„Warteraum Zukunft“ von Oliver Kluck am Deutschen Nationaltheater Weimar

Von Stadtmagazin 07


Der mäßig erfolgreiche Jungingenieur Daniel Putkammer ist Protagonist und Antiheld in Oliver Klucks bitterböser Jedermann-Geschichte. Putkammer ist ein Mann ohne Eigenschaften unserer Tage, ein Dreißigjähriger ohne besondere Leidenschaften, ohne Beziehung, ohne Hobbys und ohne soziale Verpflichtungen. Revolte und Widerstand sind ihm fremd, lassen sich in der modernen Gesellschaft doch keine Gegenkräfte und Gegenspieler mehr ausmachen, gegen die es aufzubegehren gilt. Unfähig, Lebensentwürfe und Utopien über den konkreten Moment hinaus zu entwerfen, schlingert er mit einer Mischung aus Ohnmacht und gleichgültiger Anpassung durch das alltägliche Räderwerk der Arbeitswelt zwischen Praktikantenausbeutung, selbstgefälligen Chefs und den Piefigkeiten des kollegialen Umfelds, ohne für sich oder andere Verantwortung zu übernehmen. Erst als sich ein tragischer Unfall ereignet, eröffnet sich ihm die Möglichkeit, den Warteraum Zukunft zu verlassen.

Der mit dem Förderpreis für neue Dramatik des Berliner Stückemarktes und dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnete Nachwuchsdramatiker Oliver Kluck hat einen radikalen Text geschrieben, der den neuralgischen Punkt unserer phlegmatischen Gegenwart messerscharf trifft. Mit sprachlicher Brillanz und bissigem Witz schält er scharfzüngig und schonungslos in einem wohl orchestrierten Stimmenkonzert das Bild einer perspektivlosen Generation in ihrer Unfähigkeit heraus, Verantwortung zu übernehmen. Die Regisseurin Daniela Kranz hat sich durch zahlreiche Uraufführungen und Inszenierungen von zeitgenössischen Dramatikern wie Elfriede Jelinek, Dea Loher, Kathrin Röggla, Felicia Zeller, Händl Klaus oder Simon Stephens als Expertin für neue Dramatik erwiesen. Sie inszenierte am Theater Bielefeld, dem Wiener Burgtheater, dem Theater Freiburg, den Münchner Kammerspielen und regelmäßig am Schauspielhaus Wien, wo sie als Projektleiterin mit jungen Regisseuren die beiden Serien Die Strudlhofstiege und Diesseits des Lustprinzips entwickelte. Im Jahr 2005 erhielt sie den Förderpreis für Regie im Rahmen des Gertrud-Eysoldt- Rings.

Premiere ist am 03.12.2010 um 20 Uhr im Foyer III.

Weitere Vorstellungen:
05.12.2010, 19 Uhr
08.12.2010, 20 Uhr
21.12.2010, 20 Uhr
11.01.2011, 20 Uhr

Regie: Daniela Kranz, Ausstattung: Jutta Burkhardt
Mit: Florian Jahr, Johannes Schmidt und Simon Zagermann

Autor: Florian Berthold
Foto: Maik Schuck

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1. Dezember 2010 | Allgemein

Neues Magazin: jetzt erhältlich!

Von Stadtmagazin 07


Die neue Ausgabe 22: Dezember 2010 – Januar 2011 unseres Magazins finden Sie kostenlos an den gewohnten Auslagestellen und im Abo.

Viel Spaß beim Lesen!

Sie können diese auch in unserem Downloadbereich als PDF herunterladen.

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