„Herzog Blaubarts Burg“ Premiere am DNT Weimar, am 24.5.2013 / 20.00 Uhr im Foyer III


Mythos Blaubart. Verführer, Frauenmörder. Ein Psychopath, dem die Frauen bereitwillig folgen, die ihn lieben, ihn begehren und die er mordet. Die Legende von Blaubart ist alt. Dichterisch verarbeitet sie erstmals Charles Perrault in seiner 1697 veröffentlichten Sammlung von Volksmärchen Contes du temps passé, ou contes de ma Mère l´Oie (Erzählungen aus vergangener Zeit oder Erzählungen meiner Mutter Gans). Neben weiteren Märchenfassungen u.a. von Ludwig Bechstein und Ernst Heinrich Meier legt Maurice Maeterlinck die prominenteste Stoffbearbeitung mit seinem Drama Ariane et Barbe-Bleue von 1901 vor. Es dient als Grundlage für Paul Dukas´ gleichnamige Oper und inspiriert Béla Balász zu seinem Libretto von Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg. Trotz der verschiedenen Fassungen bleibt der Kern der Erzählung immer gleich: Der reiche, geheimnisvolle Blaubart führt nach der Heirat seine junge Frau erstmals auf sein düsteres Schloss, dessen Geheimnis sich hinter sieben verriegelten Kammern verbirgt. Entgegen der Warnung, sie zu öffnen, entdeckt die junge Braut neben prächtigen Reichtümern und Waffen die niedergemordeten früheren Frauen von Blaubart. Damit ist auch ihr Schicksal besiegelt: Sie muss sterben.

In Herzog Blaubarts Burg sucht Bartók nach einer neuen Klangsprache, die das Mysteriöse und Symbolhafte der sieben Kammern widerspiegelt. Er vereint darin klangsinnlich und tonmalerisch imposant impressionistische mit volksliedhaften Elementen. Für den jungen Regisseur Valentin Schwarz ist Bartóks 1918 uraufgeführte einzige Oper Ausgangspunkt für die Erkundung des Falles „Blaubart“ als mögliches Psychogramm eines Mörders: Warum mordet Blaubart? Und kann ihn die Selbstaufopferung einer Frau tatsächlich erlösen?

Valentin Schwarz ist am DNT Weimar als Regieassistent und Abendspielleiter engagiert. Hier inszenierte er bereits eine eindrucksvolle einaktige Fassung von Bizets Carmen und wirkte als Co-Regisseur von Operndirektor Karsten Wiegand an Arabella und Hänsel und Gretel mit.

Weitere Informationen unter:
www.nationaltheater-weimar.de
www.nationaltheaterblog.de

Text: Rebekka Mönch
Foto: DNT Weimar

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