‘Sechs autarke Songwriter-Egomanen’ auf einer Bühne?


Wenn das man gut geht …

17.04.2011│20.00h│Kassablanca│monsters of liedermaching

Die Monsters Of Liedermaching sind wohl das größte “Underground” Phänomen Deutschlands.
Mit ihrer strikten Weigerung ein Studioalbum aufzunehmen, sind sie absolut einzigartig. Denn von den Monsters gibt es NUR Live Alben. Davon mittlerweile vier (+ eine DVD).

Die Konzertbilanz des letzten Jahres ist beeindruckend, diese des gegenwärtigen soll noch fulminanter ausfallen – ein Stück weit darf eben aus dem Untergrund auch herausgesungen werden.
Im inzwischen achten Jahr bereisen die Monsters of Liedermaching voller Elan und Energie den deutschsprachigen Raum. Ihr Ziel seit jeher: Allerorten Euphorie durch kompetenten Unplugged-Style.

Sechs autarke Songschreiber auf der Bühne im Halbkreis: Burger, Fred Timm, Pensen, Tottovic Kalkül, Labörnski und Rüdi Bierhorst sorgen mit Lust, Laune und offenem Horizont für entfesselte Konzerte. Fünf Holzgitarren und zahllose Kleininstrumente verwandeln kulturelle Melting Pots in berauschende Rocknächte, die gerne mal die Bühnengrenzen sprengen. Zum Zuhören und Mitsingen genauso geeignet wie zum Schwelgen wie Sitzpogen, haben sich die Monsters inzwischen viele tolle Clubs, etliche exquisite Festivals und einen sehr guten Ruf als glorreiches Live-Event erspielt. Die Zahl ihrer HörerInnen wächst ebenso wie die Größe ihrer Spielorte. Wie vielfältig die Themen ihrer Lieder sind, bewiesen bereits ihre drei Live-Alben „6 Richtige“ (Doppelalbum von 2004), „Männer wie uns (Doppelalbum plus DVD von 2006) und „Sitzpogo“ (Album von 2008). Wer mehr über die Konzerte erfahren wollte, war mit ihrer Konzert-DVD „Das Auge hört mit“ von 2009 bestens beraten.

Just veröffentlichen die Monsters of Liedermaching ihre vierte CD „Haie im Flipperpelz“. Natürlich wieder ein Live-Album – versteht sich von selbst – denn das ist die Atmosphäre, in der ihre Lieder erblühen. Und derer gibt es viele Neue, zahlreiche Preziosen funkelnder Klangart, die sie während ihrer schillernden Novembertour 2010 mitgeschnitten haben. Aufnahmsweise eben. Ob atomfreie Kraftwerke oder geschenkte Gäule, verlorene Liebe wie vergessene Auflaufformen, Vampirfreundinnen oder geknackte Jackpots:
Bestgestimmt singen sich die Monsters aus der Kehle, was ihre Hirne in Reimform gebracht haben. Einen inhaltlichen roten Faden sowie selbstauferlegte Tabus braucht man nicht. So mag es wenig verwundern, dass ernste balladeske Töne genauso ihr Repertoire bereichern wie glossige  Punkrocknummern.

Denn: Bereicherung ist gut. Anlässlich besagter Veröffentlichung begeben sich die sechs Herren nun erneut auf große Kaffeefahrt, um interessierte Menschen in ausgewählten Etablissements zu versammeln. Dort gedenken sie, gemeinsame Festabende zu zelebrieren, die auch dem letzten Zweifler ein glückliches Lächeln ins Gesicht zaubern könnten – wenn er seine Zweifel mal für ein paar Stunden abschalten würde. Zu wünschen wäre es ihm und uns.

Autor: Maxi Gade
Foto: Mario Andreya

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